Ärzte Zeitung online, 04.02.2010

GSK will trotz Gewinnzunahme Jobs streichen

LONDON (dpa). Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline will vermutlich zahlreiche Arbeitsplätze streichen - und das, obwohl das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr von der Nachfrage nach Schweinegrippevakzinen profitiert hat.

Medienberichten zufolge sind weltweit rund 4000 Stellen gefährdet. In Großbritannien gehe es allerdings eher um Hunderte als um Tausende Stellen, sagte Konzernchef Andrew Witty am Donnerstag. GlaxoSmithKline beschäftigt früheren Angaben zufolge derzeit 99 000 Mitarbeiter.

Der größte britische Pharmakonzern wies nach Steuern für 2009 einen Gewinn von 6,28 Milliarden Pfund (7,2 Milliarden Euro) aus, im Vorjahr waren es 5,66 Milliarden Pfund. Besonders das Geschäft mit den Impfstoffen ließ die Kassen klingeln: In der Sparte kletterte der Umsatz um fast ein Drittel auf 3,7 Milliarden Pfund.

Das Grippemittel Relenza™ brachte einen Umsatz von 720 Millionen Pfund. Mit seinem Hauptprodukt, dem Atemwegsmittel Seretide®/Advair®, erlöste GlaxoSmithKline knapp 5 Milliarden Pfund. Für 2010 erwartet Konzernchef Witty in etwa den gleichen Umsatz bei den Impfstoffen.

Dennoch will sich der Pharmakonzern aus verschiedenen Forschungsbereichen zurückziehen. Das Kostensenkungsprogramm brachte 2009 bereits Einsparungen von einer Milliarde Pfund. 2011 sollen noch 1,7 Milliarden Pfund eingespart werden. Viele große Pharmakonzerne leiden zunehmend unter der Konkurrenz durch billigere Nachahmerprodukte und müssen daher auf die Kostenbremse treten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »