Sonntag, 12. Februar 2012
Ärzte Zeitung online, 15.03.2010

Belastender Bericht zur Suizidserie bei France Télécom

PARIS (dpa). Ein Untersuchungsbericht zur Suizidserie beim französischen Telekomriesen France Télécom erhebt schwere Vorwürfe gegen die mittlerweile abgelöste Konzernspitze. Der ehemalige Télécom-Chef Didier Lombard und zwei weitere Top-Manager sollen demnach das Leben der Beschäftigten mit ihrer Unternehmenspolitik unmittelbar in Gefahr gebracht haben.

Die Gewerbeaufsicht schreibt in einem Bericht an die Justiz unter anderem von Mobbing-Methoden. Auf Warnungen von Gewerkschaften, Betriebsärzten und Krankenkassen sei völlig unzureichend reagiert worden, berichtete die Tageszeitung "Le Parisien" (Samstag), der der Bericht zugespielt wurde.

Die Suizidserie unter den Mitarbeitern von France Télécom hatte zuletzt sogar die Regierung in Paris auf den Plan gerufen. Sie forderte das Unternehmen nachdrücklich auf, behutsamer mit seinen Mitarbeitern umzugehen. Seit 2008 nahmen sich nach Gewerkschaftsangaben mehr als 30 Mitarbeiter das Leben. Arbeitnehmervertreter werteten das bereits in der Vergangenheit als Ergebnis unmenschlicher Arbeitsbedingungen und des Programms "time to move" zum schnellen Stellenwechsel. In den vergangenen Jahren hatte der Konzern 22 000 Stellen gestrichen.

Der durch die soziale Krise im Unternehmen stark geschwächte Lombard gab zum 1. März die Führung der Konzerngeschäfte an Stéphane Richard ab. Er ist jedoch weiter Verwaltungsratschef.

Lesen Sie dazu auch:
Télécom-Suizide erschüttern Frankreich

| Share

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Neue Ära in der Schlaganfall-Therapie?

Ein neuartiges Therapieverfahren weckt große Hoffnungen bei der Behandlung von akutem Schlaganfall. Jetzt hat es sich in Studien und auch in der Praxis bewährt. Experten jubeln: Die neue Methode wird die Schlaganfall-Therapie grundsätzlich verändern! mehr »

112 - Heute ist Europäischer Notruf-Tag

Nur etwa jeder vierte Europäer kennt die EU-weite Notrufnummer 112. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die EU-Kommission in Brüssel anlässlich des Europäischen Notruf-Tags vorgestellt hat. Die Notrufnummer 112 ist rund um die Uhr und kostenfrei in Europa erreichbar. mehr »

Streit um frühe Nutzenbewertung eskaliert

Der Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) scharf kritisiert. Das Institut missachte Standards der evidenzbasierten Medizin. Das IQWIG kontert: Die Vorwürfe sind unsachlich. mehr »