Ärzte Zeitung, 22.03.2010

Fast alle deutschen Generikamarken in neuen Händen

Deutschland, der zweitgrößte Generikamarkt der Welt, ist für Firmenkäufe attraktiv. Fast alle haben schon einmal den Besitzer gewechselt.

NEU-ISENBURG (brs). Dass die Merckle-Gruppe ratiopharm jetzt an Teva zu einem offenbar guten Preis verkaufen konnte, zeigt: Deutschland bleibt für Investoren interessant. Viel gibt es allerdings nicht mehr zu kaufen, denn bis auf die Stada AG haben alle größeren deutschen Generikagründungen in den letzten Jahren den Besitzer gewechselt, einige sogar mehrmals. Wenn der jüngste Deal von den Kartellbehörden genehmigt ist, werden neun der zehn umsatzstärksten deutschen Generikamarken fünf Konzernen gehören: Novartis (Schweiz), Teva (Israel), Stada (Deutschland), Dr. Reddy's (Indien) und Sanofi-Aventis (Frankreich). Der Verkauf des vor über 35 Jahren gegründeten Generikapioniers ratiopharm ist mit 3,6 Milliarden Euro der drittgrößte Deal in der Geschichte der deutschen Generikaindustrie. Der größte war 2005 der Verkauf von Hexal an Novartis. Er brachte den Brüdern Strüngmann einschließlich ihrer Anteile am US-Unternehmen Eon Labs 5,7 Milliarden Euro. Der zweitgrößte war 2007 der Verkauf der - allerdings vorwiegend auf dem US-Markt konzentrierten - Merck Generics von der Merck KGaA an Mylan für 4,9 Milliarden Euro.

Eigentümerwechsel im deutschen Generikamarkt
UnternehmenHeutiger / Früherer Eigentümer
ratiopharmdemnächst Teva / Merckle-Gruppe
AWD.pharmaTeva (Israel) / Barr (USA), davor Degussa
Mylan duraMylan (USA) / Merck KGaA (ehemals
Merck dura)
TAD PharmaKrka (Slowenien) / PHW-Gruppe
betapharmDr. Reddy´s (Indien) / 3i (GB), davor
Familie Strüngmann
Heumann PharmaTorrent (Indien) / Pfizer (USA)
HexalNovartis (Schweiz) / Familie Strüngmann
Actavis DeutschlandActavis (Island) / Alpharma (USA), davor Schwarz Pharma (Generikalinie ISIS, Puren)
BasicsRanbaxy (Indien), gehört mehrheitlich zu
Daiichi Sankyo (Japan) / Bayer
Quelle: PharmaWoche - Tabelle: Ärzte Zeitung

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