Ärzte Zeitung online, 16.06.2010

Insiderverdacht bei US-Pharmakonzern

NEW YORK (dpa). Der US-Pharmakonzern Mylan hat Ärger mit der Börsenaufsicht SEC. Die Beamten verdächtigen den Generika-Hersteller, einen kleinen Kreis von Analysten und Investoren mit geheimen Informationen zu seinen anstehenden Geschäftszahlen versorgt zu haben. Das benachteiligt die anderen Anleger und ist deshalb verboten.

Mylan hatte im vergangenen September zu einem Treffen hinter verschlossenen Türen eingeladen. Die SEC habe wegen des Vorfalls bei mehreren Banken und bei Mylan nachgefragt, schrieb das "Wall Street Journal" am Mittwoch. "Wir sind überzeugt, dass die während der Konferenz gemachten Aussagen ausnahmslos angemessen waren", sagte ein Konzernsprecher der Zeitung.

Die SEC ist nach Insiderfällen an der Wall Street in Alarmbereitschaft. Die höchsten Wellen schlug der Fall des Hedge-Fonds Galleon. Gründer Raj Rajaratnam soll Mitarbeiter mehrerer namhafter US-Konzerne dafür bezahlt haben, ihm einen Wissensvorsprung zu verschaffen. Rajaratnam hat nach Recherchen der SEC mit anschließenden Wertpapiergeschäften einen zweistelligen Millionengewinn eingestrichen.

Auch in die Aktie von Mylan kam laut "Wall Street Journal" am Tag nach der Zusammenkunft kräftig Bewegung: Die Anteilsscheine seien dreimal so stark gehandelt worden wie normal und um sieben Prozent nach oben geschossen.

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