Ärzte Zeitung online, 04.08.2010

EU genehmigt ratiopharm-Übernahme mit Auflagen

BRÜSSEL (dpa). Die EU-Kommission hat die Übernahme des Pharmaherstellers ratiopharm durch den israelischen Konzern Teva genehmigt - allerdings nur unter Auflagen. Der weltgrößte Generika-Hersteller muss die Geschäfte mit 15 Medikamenten in den Niederlanden und einem Arzneimittel in Ungarn verkaufen, wie die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel entschied.

EU genehmigt ratiopharm-Übernahme mit Auflagen

Die EU-Kommission hat Teva grünes Licht gegeben.

© Jürgen Priewe / fotolia.com

Mit dem Kauf von ratiopharm steigt Teva Pharmaceutical in Europa zur Nummer eins auf dem Generikamarkt auf. In Deutschland wird das neue Unternehmen nach der zu Novartis gehörenden Sandoz die Nummer zwei sein.

Mit den Auflagen wollen die europäischen Wettbewerbshüter dafür sorgen, dass neue Unternehmen keine zu starke Marktposition bei diesen Arzneien bekommt und keine Konkurrenten vom Markt verdrängen kann. Dabei handelt es sich um Medikamente zur Behandlung bei Blutarmut, Bluthochdruck, Asthma, Gicht, Entzündungen und Schmerztabletten, wie die EU-Behörde schrieb.

Teva mit Sitz in Jerusalem hatte nach einem monatelangen Bieterrennen Mitte März den Zuschlag für ratiopharm erhalten. Der Ulmer Generikahersteller gehörte zum Imperium des Firmenpatriarchen Adolf Merckle, der sich im Januar 2009 das Leben nahm. Im Zuge der Finanzkrise hatte der Zusammenbruch des Firmengeflechts gedroht.

Der Verkaufspreis für das Ulmer Unternehmen, das nach einem strikten Sparkurs inzwischen wieder Geld verdient, lag inklusive Schulden bei mehr als 3,6 Milliarden Euro.

Bereits am Vortag hatte Teva mitgeteilt, dass die gemachten Zugeständnisse nur einen minimalen Einfluss auf das gemeinsame Geschäft der beiden Unternehmen hätten. Der Konzern will die Übernahme in den nächsten Wochen abschließen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »