Ärzte Zeitung online, 05.08.2010

Deutsches Grünes Kreuz ist insolvent

MARBURG (coo). Das Deutsche Grüne Kreuz in Marburg steht vor einer Entlassungswelle. Vor wenigen Tagen wurde das Insolvenzverfahren gegen die fünf kommerziellen Tochtergesellschaften eröffnet. Hintergrund ist die Wirtschaftskrise, erklärt Insolvenzverwalter Manfred Kuhne. "Dadurch sind die Umsätze massiv eingebrochen", sagte er.

Der Insolvenzverwalter will das Grüne Kreuz nun in verkleinerter Form fortführen. Dazu muss das Personal drastisch reduziert werden. "Es können leider nur 25 bleiben", erklärt Kuhne. 2009 waren noch 70 Mitarbeiter - überwiegend Mediziner, Pharmazeuten und PR-Berater - beim Grünen Kreuz beschäftigt, von denen jetzt noch 55 dabei sind.

Verkauft werden soll der Firmensitz im so genannten Kilian, dem ältesten erhaltenen Gebäude in der Marburger Oberstadt. Zudem müsse das Geflecht aus den fünf Tochterfirmen klarer gegliedert und neu strukturiert werden, erklärt der Insolvenzverwalter. Dabei handelt es sich um die Fördergesellschaft, die Impfpässe, Aufklärungskampagnen und Projekte organisiert, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Medialog GmbH, die EDV-Tochter Pro Preventa GmbH, die Service GmbH und den Verlag im Kilian.

Das Deutsche Grüne Kreuz macht bereits seit 1948 Öffentlichkeitsarbeit für Gesundheitsthemen. Deutschlandweit bekannt wurde es mit der Kampagne "Schluckimpfung ist süß - Kinderlähmung ist grausam". Das Grüne Kreuz gibt zahlreiche Ratgeber heraus, berät in telefonischen Sprechstunden und organisiert Aktionen vor allem zu Impfthemen. Dafür waren rund 300 Ärzte, Apotheker und Wissenschaftler ehrenamtlich als Experten tätig. Kritisiert wurde das Grüne Kreuz, weil seine Arbeit auch von der Pharmaindustrie finanziert wird.

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