Ärzte Zeitung online, 10.08.2010

ratiopharm-Verkauf jetzt abgeschlossen

ULM/JERUSALEM (dpa). Deutlich früher als ursprünglich geplant hat die Vermögensverwaltung der Merckle-Gruppe den Verkauf von ratiopharm abgeschlossen und damit nach eigenen Worten fast alle Schulden getilgt. Mit mehr als 3,6 Milliarden Euro habe man einen "bemerkenswerten Verkaufserlös" erzielt, teilte die VEM Vermögensverwaltung am Dienstag zum Abschluss des Verkaufs an den israelischen GenerikaherstellerTeva mit.

VEM ist die Dachgesellschaft des Merckle-Imperiums und hatte für die Entschuldung unter anderem ratiopharm verkaufen müssen. Bisher war geplant gewesen, den ratiopharm-Verkauf bis zum Jahresende abzuwickeln.

Mit der Übernahme soll Ulm Deutschlandzentrale der Teva Europe und auch Standort für weitere "zentrale Funktionen" werden, wie ratiopharm mitteilte. Neuer Chef des Unternehmens wird Sven Dethlefs. Der bisherige Vorsitzende der Geschäftsführung, Oliver Windholz, soll die Integration begleiten und das Unternehmen zum Jahresende verlassen.

"Dass wir heute mit Teva einen soliden Käufer haben, der ratiopharm als Ganzes übernimmt und einen angemessenen Kaufpreis entrichtet, haben viele nicht für möglich gehalten", sagte Elmar Geissinger, Verantwortlicher für die Finanzen der Merckle/ratiopharm-Gruppe, laut Mitteilung.

   Teva hatte nach einem monatelangen Bieterrennen Mitte März den Zuschlag für ratiopharm erhalten. Der Ulmer Generikahersteller gehörte zum Imperium des Firmenpatriarchen Adolf Merckle, der sich im Januar 2009 das Leben nahm. Im Zuge der Finanzkrise hatte der Zusammenbruch seines Firmengeflechts gedroht.

   Mit dem Kauf von ratiopharm wird Teva die Nummer eins auf dem europäischen Generikamarkt und - nach der zu Novartis gehörenden Sandoz - die Nummer zwei in Deutschland. Teva muss allerdings die Geschäfte mit 15 Medikamenten in den Niederlanden und einem Arzneimittel in Ungarn verkaufen. Nur unter diesen Auflagen hatte die EU-Kommission der Übernahme in der vergangenen Woche zugestimmt.

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