Ärzte Zeitung online, 02.09.2010

Roche investiert 136 Millionen Euro in seinen Standort in Penzberg

PENZBERG (sto). Mit der Eröffnung eines neuen Gebäudekomplexes hat Roche in Penzberg seine globalen Produktionskapazitäten im Bereich der Diagnostik erheblich erweitert. Für den sogenannten Diagnostics Operations Complex (DOC) hat der Schweizer Pharmakonzern 136 Millionen Euro investiert.

Roche investiert 136 Millionen Euro in seinen Standort in Penzberg

Neueröffnung Penzberg: Die neuen Produktions- und Laborräume bieten 27000 Quadratmeter Arbeitsfläche für 180 Mitarbeitende.

© sto

"Wir setzen klar auf den Forschungs- und Produktionsstandort Deutschland", sagte Dr. Franz Humer, Verwaltungsratspräsident von Roche, bei der Einweihung des Neubaus. Dank der Investitionen in Milliardenhöhe durch Roche in den vergangenen zwölf Jahren habe sich Penzberg zum größten Biotechnologie-Zentrum in Europa entwickelt. Das DOC solle dazu beitragen, die Marktversorgung mit Immundiagnostika sicherzustellen und die weltweit führende Position von Roche in diesem Segment auszubauen.

Humer warnte unter Hinweis auf Zwangsrabatte und die Entwicklung in der Gesundheitspolitik vor einer "relativen Verschlechterung der Rahmenbedingungen für Innovationen" in Deutschland.

Um Forschung und Innovation zu stärken, bot der Vorstand der Roche Pharma AG Deutschland, Dr. Hagen Pfundner, der Politik einen "Pakt für Innovation und Wertschöpfung mit der Deutschen Forschenden Pharmaindustrie" an. Der Zwangsrabatt sollte dabei auf neue Investitionen der Pharmaunternehmen in Forschung und Entwicklung angerechnet werden. Langfristig sollte der Zwangsrabatt in Investitionsanreize umgewandelt werden, regte Pfundner an. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer zeigte sich für den Vorschlag offen. Er werde sich dafür in Berlin engagieren, erklärte Seehofer bei der Eröffnungsfeier.

Die neuen Produktions- und Laborräume bieten 27 000 Quadratmeter Arbeitsfläche für 180 Mitarbeitende. Sie sind in erster Linie für die biotechnologische Produktion von immundiagnostischen Tests vorgesehen. Dazu zählen bestimmte Krebsmarker insbesondere für Brustkrebs und Tests für die Herz-Kreislauf-Diagnostik sowie für Infektionskrankheiten wie Hepatitis und HIV.

Die Bedeutung der Invitro-Diagnostik werde in den kommenden Jahren nicht nur in der Prävention, Frühdiagnostik und Therapiekontrolle sondern vor allem auch im Rahmen einer personalisierten Medizin stark zunehmen, betonte Dr. Severin Schwan, Chief Executive Officer der Roche-Gruppe. Ziel einer Personalisierten Medizin ist es, krankheitsbezogene oder genetische Unterschiede eines Patienten bei einer medikamentösen Therapie stärker zu berücksichtigen.

Roche beschäftigt in Penzberg mehr als 4600 Mitarbeiter. In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen seine Produktpalette für immundiagnostische Tests laufend ausgebaut. Allein 2009 gab es zwölf Markteinführungen auf globaler Ebene.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »