Ärzte Zeitung online, 20.09.2010

Kaum "faire" Produkte im Angebot

DÜSSELDORF (dpa). In Deutschland haben fair gehandelte Produkte einen deutlich geringeren Marktanteil als in anderen europäischen Ländern. Nur wenige Einzelhandelsketten seien derzeit bereit, fair gehandelte Produkte breiter in ihr Angebot aufzunehmen, berichtete der Handelsverband TransFair am Montag in Düsseldorf.

Bei den bekanntesten Produkten Kaffee, Bananen und Schokolade habe der Umsatz in Deutschland seit Beginn des Verkaufs von Fairtrade-Produkten vor 20 Jahren nur wenig zugenommen. "Während in der Schweiz rund die Hälfte der verkauften Bananen aus Fairtrade-zertifiziertem Anbau stammen, sind es in Deutschland unter einem Prozent", sagte der Geschäftsführer von TransFair, Dieter Overath, der dpa.

In Großbritannien hätten führende Einzelhandelsketten wie "Marks & Spencer" bereits ihr gesamtes Kaffeeangebot umgestellt. Fair gehandelter Kaffee erziele hier einen Umsatzanteil von 20 Prozent, in Deutschland knapp 1,5 Prozent. Erst langsam komme der deutsche Handel auf den "fairen" Geschmack: Rewe verkaufe allein 60 Millionen "Fairtrade-Rosen" jährlich. Rosen seien mit 4 Prozent Marktanteil derzeit das stärkste Fairtrade-Produkt in Deutschland.

"Fair gehandelte Produkte sind ein wichtiges Werkzeug, um Kinderarmut und Kinderarbeit weltweit zu bekämpfen", sagte der Vorsitzende der Kindernothilfe, Jürgen Thiesbonenkamp. "Verbote von Kinderarbeit sind nutzlos, wenn die Eltern durch Armut auf die Arbeit der Kinder angewiesen bleiben."

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