Ärzte Zeitung online, 30.09.2010

Arzneimittelwerk in Dresden vor dem Aus

DRESDEN (eb). Das traditionsreiche Arzneimittelwerk Dresden (AWD.pharma) steht vor dem Aus. Wie die "Sächsische Zeitung" berichtete, hat der Betriebsrat die 300 AWD-Beschäftigten in Dresden-Radebeul darüber informiert, dass der Standort spätestens Ende kommenden Jahres geschlossen werden soll.

Das Arzneimittelwerk gehört dem israelischen Ggenerikakonzern Teva, der sein Deutschlandgeschäft nach der Übernahme von Ratiopharm künftig am Standort Ulm konzentrieren will.

Laut "Sächsischer Zeitung" wurde einem Teil der Beschäftigten der Wechsel von Sachsen nach Süddeutschland angeboten. Ein Ratiopharm-Sprecher erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa, man werde die Öffentlichkeit erst über Details der Integration informieren, wenn die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern an allen Standorten abgeschlossen seien.

Das Arzneimittelwerk Dresden wurde 1835 von Franz Ludwig Gehe als Drogerie- und Farbwarenhandlung gegründet. Nach dem 2. Weltkrieg firmierte der Betrieb zusammen mit einem Madaus-Werk als VEB Arzneimittelwerk Dresden.

Nach der Wende erwarb die Degussa-Tochter Asta Medica den Betrieb, den sie 2001 an den kroatische Pharma-Konzern Pliva veräußerte. 2006 ging AWD in den Besitz der amerikanischen Barr Pharmaceutical über. 2008 wurde AWD.pharma von Teva übernommen.

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