Ärzte Zeitung online, 05.11.2010

Generika: Roche-Chef erwartet Konkurrenz aus China

BERLIN (dpa). Der Chef des Pharmakonzerns Roche, Severin Schwan, erwartet auf dem Generikamarkt eine Zunahme der Konkurrenz aus dem asiatischen Raum.

"Indien ist schon ganz vorne mit dabei. Und ich habe keine Zweifel, dass wir auch bald Medikamente aus China haben werden", sagte Schwan laut einem Vorabbericht der am Samstag erscheinenden "Berliner Zeitung". Chinesische Hersteller versorgten heute bereits erfolgreich ihren Heimatmarkt und würden früher oder später ins Ausland gehen.

Allerdings werde es noch einige Zeit dauern, bis auch innovative Medikamente in China hergestellt würden. "Asiatische Firmen besitzen noch nicht das Know-How, um die gesamte Wertschöpfungskette von der Forschung bis zur Vermarktung zu beherrschen", sagte Schwan. "Wenn sie es einmal haben, wird es noch einmal zehn Jahre dauern, bis das erste Produkt auf den Markt kommt."

Schwan sieht die Gefahr eines Verlusts der Innovationsführerschaft in Europa. "Wenn man heute sieht, dass China, Singapur, Korea und Taiwan hohe Summen in die Forschung investieren, dass sie sehr gute Bedingungen für ihre Talente schaffen und mit viel Aufwand die besten Leute aus den USA und Europa rekrutieren, dann muss man die Hand heben und sagen: Europa, Achtung!"

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[08.11.2010, 22:56:45]
Thomas Schmidt 
naiv oder was?
Wer aus Gewinnsucht seine Standorte für Produktion und Forschung in Europa schliesst und nach Asien (Indien, China) verlagert sollte sich eigentlich nicht wundern, wenn ihm das freimütig gelieferte know-how in Form von Konkurrenzprodukten zurückgezahlt wird. zum Beitrag »

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