Ärzte Zeitung online, 30.12.2010

Experten trauen Chinas Pharmamarkt 2011 Wachstum von 25 Prozent zu

KÖLN (iss). Der Kreditversicherer Coface Deutschland erwartet in der globalen Pharmaindustrie weitere Konzentrationsbewegungen und kostensenkende Maßnahmen wie den Abbau von Personal. Zwar habe sich die Umsatzentwicklung der Pharmaunternehmen 2010 erholt, angesichts zunehmender Belastungen sinken aber die Umsatzrenditen, schreibt das Unternehmen in seiner Kundeninformation "Märkte aktuell".

Nach der Marktbeobachtung von Coface gewinnen in den Industrieländern die wachstumshemmenden Faktoren die Oberhand. Gründe sind der ablaufende Patentschutz für wichtige umsatzstarke Arzneimittel und die von vielen Regierungen initiierten Sparmaßnahmen, um die Gesundheitskosten zu senken. "Dies betrifft die fünf wichtigsten Pharmamärkte Europas (Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien), wo die Arzneimittelhersteller nur noch geringfügige Umsatzsteigerungen verbuchen."

Hauptwachstumstreiber sind nach dem Marktbericht die sogenannten Emerging Markets, also aufstrebende Volkswirtschaften wie China, Russland oder Brasilien. "Im Unterschied zu den Industrieländern profitieren die Emerging Markets von höheren Staatsausgaben im Gesundheitsbereich und einer Ausweitung der privaten und staatlichen Krankenversicherung auf größere Bevölkerungsschichten, wodurch der Zugang zu Medikamenten verbessert wird."

Als besonders dynamischen Pharmamarkt sieht Coface China. Das Land sei von 2005 bis 2010 von Rang acht auf Rang drei der führenden Pharmamärkte aufgestiegen. "2011 werden die Arzneimittelumsätze voraussichtlich um gut 25 Prozent auf 50 Millarden US-Dollar zulegen." Zum Vergleich: In Deutschland betrug der Umsatz 2009 41,3 Milliarden US-Dollar. Ein großes Wachstumspotenzial weisen in China vor allem Generika auf, so das Unternehmen.

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