Ärzte Zeitung online, 30.12.2010

Generikaanbieter Acino sieht sich trotz Rüsckschlägen für 2011 gut aufgestellt

BASEL (cw). Trotz erheblicher Belastungen und einem Verlust nach den ersten neun Monaten, rechnet der Schweizer Generikaentwickler und Auftragshersteller Acino für das Gesamtjahr 2010 noch mit schwarzen Zahlen.

Im Frühjahr hatte Acino auf Anraten der EU-Zulassungsbehörde EMA mehrere Charcen seines generischen Clopidogrels zurückrufen müssen. Die Behörde vermutete Qualitätsmängel in einem Werk der indischen Glochem Industries, die für Acino produziert hatte. Die Belastungen durch diesen Rückruf bezifferte Acino zuletzt auf 14,5 Millionen Euro, aus denen nach den ersten neun Monaten dieses Jahres ein Verlust nach Steuern von 1,7 Millionen Euro resultierte.

Weitere Kosten kommen aktuell auf Acino wegen Patentstreitigkeiten mit Mundipharma zu. Dabei geht es um eine generische Version des Schmerzmittels Oxycodon. Während laut Acino die meisten Prozesse in dieser Sache "zugunsten von Acino und ihren Vermarktungspartnern" ausgegangen seien, zogen die Schweizer in Norwegen den kürzeren und erwarten dort jetzt Schadensersatzzahlungen an Mundipahrma in Höhe von rund vier Millionen Euro.

Ein "Sonderertrag" aus der Akquisition des Antibiotikums Iclaprim von Arpida dürfte den negativen Einfluss des norwegischen Urteils zum Oxycodon-Streit kompensieren, heißt es in einer Mitteilung von Acino. Durch die Integration des Iclaprim-Geschäftes können vergangene Entwicklungsaufwendungen von Arpida mit aktuellen Gewinnen von Acino steuerlich verrechnet werden. Auch dank leichter Verbesserung der Geschäftsentwicklung im vierten Quartal erwarte man "ein insgesamt positives Gesamtjahresresultat".

Nach eigener Auskunft arbeitet Acino gegenwärtig an 22 fortgeschrittenen Entwicklungsprojekten. Am weitesten gediehen sei ein Hydromorphon-Retard, mit dem die Schweizer einmal mehr Mundipharma Konkurrenz machen wollen. Acino avisiert die Markteinführung zu Anfang 2011. Bisher seien "mit zwei Partnern Lieferverträge unterzeichnet worden".

Ende 2011 oder Anfang 2012 erwartet Acino die europaweite Zulassung seines Goserelin-3-Monatsimplantates (Original: Zoladex® von AstraZeneca). Goserelin dient zur Behandlung hormonabhängiger Tumoren.

Ebenfalls Ende 2011 wird die - ursprünglich früher erhoffte - Zulassung eines Leuprorelin-Implantates (gegen Prostata-Karzinom) in Europa erwartert. Hier greift Acino unter anderem Astellas und Takeda an.

Ebenfalls weit oben auf der Zulassungsliste steht ein transdermales Rivastigmin, das Acino 2011 sowohl in Europa als auch den USA einreichen will. Derzeit ist Exelon® von Novartis das einzige Pflaster zur Behandlung leichterer Formen von Alzheimer.

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