Ärzte Zeitung online, 02.02.2011

Pfizer will bei Forschung und Entwicklung sparen

NEW YORK (ck). Der Pfizer-Konzern streicht seine Forschung- und Entwicklungsaktivitäten zusammen. Wie das Unternehmen am Dienstag in New York mitteilte, werde es sich nur noch auf diejenigen Krankheiten konzentrieren, bei denen der größte medizinische und wirtschaftliche Erfolg zu erwarten sei.

So soll in Großbritannien der Standort Sandwich aufgegeben werden. In den USA werden Forschungsarbeiten verlagert. Mit dem Umbau will Pfizer die Entwicklungskosten von 9,4 Milliarden US-Dollar (rund 6,8 Milliarden Euro) im vergangenen Jahr auf bis zu 6,5 Milliarden US-Dollar senken.

Der weltgrößte Pharmakonzern hat im vierten Quartal 2010 mehr verdient und mehr umgesetzt als in der gleichen Vorjahreszeit. Das Wachstum basiere auf der im Oktober 2009 abgeschlossenen Übernahme des Wettbewerbers Wyeth sowie auf niedrigeren Restrukturierungskosten im Zusammenhang mit der Akquisition.

Laut Pfizer nahm der Nettogewinn im Schlussquartal um satte 277 Prozent auf 2,89 Milliarden US-Dollar zu. Der Umsatz erhöhte sich um 6 Prozent auf 17,56 Milliarden US-Dollar.

Vom Konzernumsatz entfielen auf das Geschäft mit Biopharmazeutika 15,1 Milliarden US-Dollar (plus 3 Prozent). Mit dem umsatzstärksten Medikament von Pfizer, dem Lipidsenker Lipitor® (Atorvastatin), wurden 2,6 Milliarden US-Dollar umgesetzt, ein Minus von 17 Prozent.

Das Antikonvulsivum Lyrica® (Pregabalin) stagnierte bei einem Umsatz von 821 Millionen US-Dollar. Einen Rückgang um ganze 21 Prozent auf 386 Millionen US-Dollar verbuchte das Antihypertonikum Norvasc® (Amlodipin). Mit dem Entzündungshemmer Celebrex® (Celecoxib) wurden 499 Millionen US-Dollar umgesetzt (minus 7 Prozent).

Im diversifizierten Geschäft mit den Bereichen Animal Health, Capsugel, Consumer Healthcare und Nutrition wurden im 4. Quartal insgesamt 2,4 Milliarden US-Dollar (plus 34 Prozent) erlöst.

Auf die Tiergesundheit entfielen davon 976 Millionen US-Dollar (plus 8 Prozent), auf Consumer Healthcare 758 Millionen (plus 53 Prozent), auf den Kapselhersteller Capsugel 207 Millionen (minus 7 Prozent) und auf Nutrition 492 Millionen (plus 158 Prozent).

Im Gesamtjahr 2010 setzte Pfizer 67,8 Milliarden US-Dollar (plus 36 Prozent) um. Der Nettogewinn verringerte sich um 4 Prozent auf 8,3 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie erhöhte sich um 10 Prozent auf 2,23 US-Dollar.

Für das laufende Jahr stellt Pfizer einen Umsatz zwischen 66 Milliarden und 68 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Das Ergebnis je Aktie wird zwischen 1,09 und 1,24 US-Dollar gesehen.

Die Umsatzprognose für 2012, dem ersten vollen Geschäftsjahr, in dem der Blutlipidsenker Lipitor® Generikawettbewerb ausgesetzt ist, hat der Konzern von 65,2 Milliarden bis 67,7 Milliarden US-Dollar auf 63 Milliarden bis 65,5 Milliarden US-Dollar gesenkt.

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