Ärzte Zeitung online, 30.03.2011

Stada schaut optimistisch in die Zukunft und denkt über Zukäufe nach

FRANKFURT/MAIN (ava). Nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr will der Generika- und Markenhersteller Stada sein Geschäft mit Hilfe von Zukäufen erweitern.

Eine "forcierte Akquisitionspolitik" kündigte Stada-Vorstandschef Hartmut Retzlaff bei der Vorlage der Bilanz 2010 in Frankfurt an. "Wir werden 2011 zukaufen – seien es Marken oder auch Firmen.“ Derzeit gebe es „mehrere interessante Projekte", so Retzlaff.

Die Übernahmen könnte Stada ohne die Aufnahme von Fremdkapital finanzieren. Stada setzt dabei vor allem auf die wachstumsstarken osteuropäischen Märkte wie Russland, wo das Unternehmen 2010 vierzehn Prozent seines Gesamtumsatzes erwirtschaftete.

Das klassische Hauptstandbein Stadas, die Generika, verliert zumindest in Deutschland immer mehr an Bedeutung. Und das, obwohl Stada 2010 in Deutschland noch 401 Millionen Euro Umsatz damit erwirtschaftete. Doch die Margen werden vor allem durch die Rabattverträge immer geringer.

Interessanter ist dagegen für Stada der Ausbau von Markenprodukten. In diesem Segment liegt der Fokus von Stada auf Produkten mit patentfreien pharmazeutischen Wirkstoffen, bei deren Vermarktung vor allem der Markenname im Vordergrund steht, allen voran Grippostad® und Mobilat®.

Der Trend zu Markenprodukten zeigt sich schon in der Bilanz von 2010: Im kleineren Segment Markenprodukte stiegen die weltweiten Umsätze 2010 um acht Prozent auf mittlerweile 425 Millionen Euro.

Konstant blieb 2010 dagegen der Umsatz mit Generika: Mehr als zwei Drittel der Erlöse (1,1 von 1,6 Milliarden Euro) erzielte Stada weltweit im Kernsegment Generika, vor allem mit den Wirkstoffen Omeprazol, Simvastatin, Enalapril, Diclofenac und Phospholipiden.

Gut gefüllt ist die Pipeline des Pharmaunternehmens. Zum Bilanzstichtag liefen nach Unternehmensangaben Zulassungsverfahren für über 120 pharmazeutische Wirkstoffe für über 50 Länder. Stada-Chef Retzlaff geht davon aus, dass sein Unternehmen bis 2019 etwa acht bis zwölf neue Produkte pro Jahr auf den Markt bringen wird.

Retzlaff bestätigte den positiven Ausblick für die weitere Entwicklung. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet er mit einem Wachstum bei Konzernumsatz und Ertrag. Trotz Herausforderungen in manchen Märkten sieht er Stada auf einem guten Weg, die hochgesteckten langfristigen Ziele für 2014 zu erreichen. Dann soll der Umsatz den Unternehmensprognosen zufolge auf 2,15 Milliarden Euro ansteigen und der Konzerngewinn etwa 215 Millionen Euro erreichen.

2010 war der unbereinigte Konzerngewinn des Pharmaunternehmens um 32 Prozent auf 68,4 Millionen Euro eingebrochen. Stada erklärte den Rückgang mit Zahlungsschwierigkeiten serbischer Großhändler und hohen Kosten für den Konzernumbau. Der Konzernumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent auf 1,63 Milliarden Euro. Damit bestätigte Stada die Ende Februar vorgelegten vorläufigen Zahlen. Die Dividende sinkt von 55 Cent im Vorjahr auf 37 Cent je Aktie.

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