Ärzte Zeitung, 11.04.2011

Die apoBank schreibt wieder schwarze Zahlen

Es geht aufwärts bei der Apotheker- und Ärztebank: Nach hohen Abschreibungen auf toxische Wertpapiere und Negativschlagzeilen wegen Betrugsvorwürfen meldet die Standesbank wieder schwarze Zahlen.

Von Antonia von Alten

Die apoBank schreibt wieder schwarze Zahlen

Die Unternehmenszentrale der apoBank: Das Geldinstitut hat die schlimmsten Folgen der Finanzkrise jetzt überwunden.

© apoBank

DÜSSELDORF. Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) ist trotz einiger Negativschlagzeilen im vergangenen Jahr wieder in der Gewinnzone. Diese positive Meldung verkündete Vorstandssprecher Herbert Pfennig am Montag bei der Vorstellung des Jahresabschlusses der Standesbank der Heilberufler.

 Nach einem Fehlbetrag in Höhe von 283,1 Millionen Euro im Jahr 2009 erwirtschaftete die Bank 2010 53,4 Millionen Euro Jahresüberschuss.

Vermutlich werden die rund 100.000 Mitglieder der Genossenschaftsbank in diesem Jahr eine Dividende von vier Prozent erhalten - vorbehaltlich der Zustimmung der Vertreterversammlung. Im vergangenen Jahr war erstmals keine Gewinnbeteiligung ausgezahlt worden.

Grund für den Verlust im vergangenen Jahr war ein milliardenschweres Portfolio an strukturierten Finanzprodukten, das in der Krise stark an Wert verloren hat. Mittlerweile hat die Bank 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro des ursprünglich fast fünf Milliarden Euro schweren Pakets an toxischen Papieren abgeschrieben, etwa 900 Millionen davon endgültig.

Einen Großteil der nicht abgeschriebenen strukturierten Finanzprodukte - im Wert von 3,5 Milliarden Euro - hat die apoBank jetzt auf einen von Union Investment gemangten Spezialfonds übertragen.

Sehr zufrieden zeigt sich die Bank mit der Entwicklung ihres Kerngeschäftes, der Kreditvergabe im Gesundheitsmarkt. Auch 2010 sind etwa vier Milliarden Euro Neukredite vergeben worden - damit hat die Bank fast das Rekordergebnis des Vorjahres erreicht.

Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank)

Branche: Genossenschaftlich organisierte Standesbank für Heilberufe (Apotheker, Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte und ihre Organisationen und Verbände (etwa 100.000 Mitglieder).
Sitz:
Düsseldorf
Aktuelle Geschäftszahlen 2010:

  • Jahresüberschuss: 53,4 Mio. Euro (2009: 283,1 Mio. Euro Verlust)
  • Eigenmittelquote: 11,9 % (2009: 10,2 %)
  • Kernkapitalquote: 7,6 % (2009: 6,2 %)
  • Risikokosten für Finanzinstrumente: 201,6 Mio. Euro (2009: 485,1 Mio. Euro)

Mitarbeiter: 2419 (31.12.2010) (2009: 2325)
Dividende:
voraussichtlich 4 % (2009: keine Dividende)

Auch bei Kundeneinlagen meldet die Bank einen Anstieg. Positiver Nebeneffekt für die Bank: Sie muss sich in geringerem Maße auf dem Kapitalmarkt refinanzieren. Deutlich gesunken sind nach den Worten Pfennigs die Kosten für die Risikovorsorge, sowohl im Kerngeschäft (70 statt 103 Millionen Euro) als auch bei Finanzinstrumenten (201,6 statt 485,1 Millionen Euro).

Im Jahr 2011 will die apoBank daran arbeiten, ihre Kundenbasis zu verbreitern und neue Zielgruppen zu gewinnen. "Wir beobachten im Gesundheitswesen einen starken Trend zur Angestelltentätigkeit", so Pfennig.

Die apoBank habe daher im vergangenen Jahr 70 neue Mitarbeiter eingestellt, die sich besonders der Beratung von Angestellten widmen - mit Schwerpunkt auf privater Baufinanzierung und Altersvorsorge sowie Vorbereitung auf mögliche Selbstständigkeit mit eigener Praxis oder Offizin.

Als Reaktion auf die mutmaßliche Betrugsaffäre um die Leipziger Immobilienfirma Licon, hat der apoBank-Aufsichtsrat die Vertriebsstrukturen neu geordnet und auf der Leitungsebene ein Vier-Augen-Prinzip eingeführt.

Die beiden Vorstandsmitglieder Claus Verfürth (Privatkundengeschäft) und Stefan Mühr (Vertrieb) waren im Zuge der Betrugsvorwürfe im November abberufen worden (wir berichteten). Mittlerweile ist der Vorstand der apoBank wieder fast komplett: Eckart Lüdering (50) wird Risikovorstand der Bank.

Er ist seit 2000 bei der apoBank und wird künftig das gesamte Kreditgeschäft der Bank verantworten. Auf ein künftiges Vorstandsmandat vorbereitet wird Ulrich Sommer (49), der aktuelle Bereichsvorstand für das Ressort Standesorganisationen, Großkunden und Märkte. Von Bernd Span, der interimsmäßig als Vorstand tätig war, um den aufsichtsrechtlichen Vorgaben zu genügen, trennte sich die Bank einvernehmlich.

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