Ärzte Zeitung online, 12.05.2011

Sparrunden im Gesundheitswesen belasten Celesio

STUTTGART (dpa). Kostensenkungen im Gesundheitswesen belasten den Pharmahändler Celesio. Im ersten Quartal 2011 sank das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 7,6 Prozent auf 141,5 Millionen Euro.

Vor allem gekürzte Erstattungspreise für Generika in Großbritannien schlugen auf das Ergebnis durch, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 54,7 Millionen Euro nach 59,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte dank der brasilianischen Tochter Panpharma dagegen um 1 Prozent auf 5,72 Milliarden Euro.

Im Gesamtjahr werden die staatlichen Sparmaßnahmen im europäischen Gesundheitswesen das Ergebnis voraussichtlich um mindestens 100 Millionen Euro verringern, sagte der scheidende Celesio-Chef Fritz Oesterle in Stuttgart.

Das im MDax notierte Unternehmen will die Einbußen durch die Entwicklung in anderen Geschäftsbereichen weitestgehend kompensieren.

Um sich von staatlichen Eingriffen unabhängiger zu machen, baut Celesio bereits seit Jahren sein Dienstleistungsgeschäft aus. Außerdem soll das Geschäft mit frei verkäuflichen Produkten und Eigenmarken gestärkt werden, auch durch Zukäufe.

"Der finanzielle Spielraum, um durch Akquisitionen ein ausgeglichenes Portfolio von preisreguliertem und nicht preisreguliertem Geschäft zu erreichen, ist vorhanden," sagte Oesterle. Einen konkreten Ausblick für das Gesamtjahr 2011 gab der Manager nicht.

Oesterle hatte im März überraschend seinen Rücktritt für Ende Juni angekündigt. Grund soll dem Vernehmen nach ein Streit mit Hauptaktionär Haniel über die Zukunft der Stuttgarter gewesen sein.

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