Ärzte Zeitung, 16.05.2011

Verkauf privater Krankenversicherungen bei MLP boomt

MLP steigert seinen Umsatz beim Verkauf von Kranken-Policen um über 50 Prozent.

Von Anja Krüger

KÖLN. Beim Wieslocher Finanzvertrieb MLP zieht der Verkauf von privaten Krankenversicherungen stark an. Das Unternehmen hat in den ersten drei Monaten 2011 mit dem Verkauf von Kranken-Policen mehr als doppelt so viel verdient wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

MLP ist auf Ärzte und andere Akademiker spezialisiert. Die börsennotierte Gesellschaft verkauft Verträge für Versicherer, Banken und andere und lebt von den Provisionen.

Im ersten Quartal stiegen die Einnahmen im Bereich Krankenversicherung um 117,1 Prozent auf 28 Millionen Euro. Man profitiere davon, dass Kunden nach Wegfall der dreijährigen Wartefrist leichter von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln können, sagte MLP-Chef Uwe Schroeder-Wildberg. "Wir haben keine Umdeckungen vorgenommen", betonte er.

Methoden sind umstritten

In der Branche sind Methoden umstritten, mit denen Vermittler wegen hoher Provisionen Kunden zum Anbieterwechsel bewegen. Einzelne Versicherer zahlen bis zu 18 Monatsbeiträge. MLP bekomme keine Provisionen in dieser Größenordnung, sagte Schroeder-Wildberg.

Die Zahl der vermittelten Verträge wollte er nicht nennen. "Wir haben eine Produktionssteigerung von deutlich über 50 Prozent", sagt er nur.

MLP lehnt gesetzliche Begrenzung von Provisionen ab

Die gesetzliche Begrenzung von Provisionen für den Verkauf privater Kranken-Policen, wie sie zurzeit in Berlin diskutiert wird, lehnt MLP ab. "Eine Deckelung ist die falsche Maßnahme, weil man damit Qualität nicht mehr belohnen kann", sagte Sprecher Jan Berg. Die Gesellschaft sei aber durchaus für Maßnahmen, die die Qualität der Beratung erhöhen würden, etwa eine Verlängerung der Haftungszeiten für die Provisionen.

Im Bereich Altersvorsorge spürt der Finanzvertrieb die Nachwirkungen der Krise, die zu einer anhaltenden Zurückhaltung bei langfristigen Anlagen führt. Hier sank der Umsatz um 14,3 Prozent auf 50,5 Millionen. Euro. Trotzdem stiegen die Provisionseinnahmen insgesamt um 9 Prozent auf 118,6 Millionen Euro. Der Gewinn stieg um mehr als das Doppelte auf 4,6 Millionen Euro.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »