Ärzte Zeitung, 20.05.2011

Vivantes kann Umsatz und Gewinn steigern

Der Klinikkonzern Vivantes hat ein gutes Jahr 2010 hinter sich. Und das, obwohl die Gehälter angehoben wurden und auch andere Kosten in die Höhe kletterten.

BERLIN (ami). Der größte kommunale Krankenhauskonzern Vivantes in Berlin hat das Jahr 2010 mit einem leichten Plus abgeschlossen. Bei einem Umsatz von 836,5 Millionen Euro belief sich der Gewinn auf 6,3 Millionen Euro. Vivantes schreibt zum siebten Mal in Folge schwarze Zahlen. Der Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozent gewachsen.

Der Konzern mit neun Akutkrankenhäusern, Medizinischen Versorgungszentren (MVZ), 12 Pflegeheimen und einer ambulanten Rehaeinrichtung hat seine Erlöse in mehreren Bereichen gesteigert. So erwirtschafteten die MVZ im vergangenen Jahr zehn Millionen Euro Erlöse. 2009 waren es noch 8,4 Millionen.

Die Erlöse aus Pflegeleistungen sind von 43,2 auf 45 Millionen Euro gestiegen. Zudem wurden mehr Patienten stationär oder teilstationär behandelt. Das waren im vergangenen Jahr 208.339 Patienten, 2009 noch 200.905.

Allerdings sind auch die Ausgaben des kommunalen Klinikriesen gestiegen. Die Materialkosten kletterten von 173,3 auf 182,2 Millionen Euro. Für Personal wurden 2010 rund 575 Millionen Euro aufgewendet im Vergleich zu 558 Millionen im Jahr 2009.

Vivantes hat nach eigenen Angaben nicht nur Tarifsteigerungen zugestimmt, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben, sondern auch neue Stellen geschaffen. Der Konzern beschäftigte 2010 insgesamt 13.541 Mitarbeiter auf 10.078 Vollzeitstellen, davon 1731 in Tochterunternehmen. Das waren gut 200 Vollzeitstellen mehr als im Vorjahr. Trotzdem liegen die Personalkosten deutlich unter dem Niveau des Gründungsjahres 2001 von rund 700 Millionen.

Vivantes hat 2010 mit insgesamt 57 Millionen Euro, davon 30 Millionen Eigenmittel, jedoch deutlich weniger investiert als 2009, als sich die Investitionskosten auf 93 Millionen Euro beliefen. Das soll aber nicht so bleiben.

"Um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und die öffentliche Gesundheitsversorgung auch für die Zukunft zu sichern, müssen wir künftig mehr investieren, sowohl aus eigenen Mitteln als auch mit Landesmitteln. Hier muss sich das Land zu seiner Verantwortung bekennen", so Vivantes-Geschäftsführer Joachim Bovelet bei der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens.

Strategisch setzt Vivantes unter anderen auf den Ausbau der internationalen Beziehungen. Dazu werden in der Krankenversorgung Komfortstationen geschaffen, die Selbstzahlern aus dem Ausland entgegenkommen sollen. Zudem kooperiert das Unternehmen auf wissenschaftlich-technischem Gebiet mit Partnern in China und Saudi-Arabien.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Altersmedizin. Das Unternehmen will die drei Säulen der kurativen Altersmedizin, der Geriatrie und der Pflege zu einem wohnortnahen Versorgungssystem zusammenführen.

Vivantes sieht sich selbst dabei als Lotse in diesem System, das auch gerontopsychiatrische und demente Patienten berücksichten soll. Etwa ein Drittel aller Patienten in Berlin lässt sich nach Konzernangaben in einer der rund 100 Fachkliniken und Institute von Vivantes versorgen, im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie fast die Hälfte.

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