Ärzte Zeitung, 11.07.2011

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Barry Callebaut stärkt Präsenz in Südamerika

Während viele Konzerne mit den steigenden Rohstoffkosten hadern, ist das für den Schweizer Schokoladenhersteller Barry Callebaut kein Problem. Zwar befinden sich die Preise für Kakao, Zucker und Milch auf hohem Niveau, Barry Callebaut kann die Preisschwankungen jedoch an die Kunden weitergeben.

Negative Auswirkungen auf den Absatz hat dies nicht. Im Gegenteil: In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2010/11 (per 31.8.) wurde die Verkaufsmenge um 7,3 Prozent auf knapp über eine Million Tonnen gesteigert. Zum Vergleich: Der globale Schokoladenmarkt wuchs im gleichen Zeitraum mit 3,2 Prozent um weniger als die Hälfte.

Bei den Erlösen spiegelte sich die Entwicklung auch wider, wenngleich der starke Schweizer Franken ein Wermutstropfen ist. In Lokalwährungen stieg der Umsatz um beachtliche 12,5 Prozent auf vier Milliarden CHF (3,32 Milliarden Euro), während das Plus auf Basis des Schweizer Franken nur bei 1,6 Prozent lag.

Dennoch ist die Situation für die Schweizer mehr als auskömmlich, was vor allem auf die starke Nachfrage aus den Schwellenländern zurückzuführen ist, die deutlich über der aus den etablierten Märkten liegt. Eine Entwicklung, die sich in Zukunft wohl noch verstärken dürfte, denn gerade in Westeuropa scheint der Markt inzwischen weitgehend gesättigt.

Ein weiterer positiver Aspekt für den erfreulichen Absatz ist das steigende Outsourcing-Geschäft. Neben Nestlé und Kraft, die schon länger von Barry Callebaut beliefert werden, kam jüngst ein langfristiger Vertrag mit dem mexikanischen Hersteller und Vertreiber von Gourmetprodukten Chocolates Turin hinzu, womit die Präsenz in Südamerika deutlich gestärkt wird.

Zudem wurde ein Ausbau der schon bestehenden Partnerschaft mit dem nordamerikanischen Schwergewicht Hershey in trockene Tücher gebracht. Darüber hinaus hat das Unternehmen noch weitere Outsourcing-Verträge, insbesondere in den Schwellenländern, in der Pipeline.

Daher verwundern uns die von den Analysten in Aussicht gestellten Steigerungen beim EPS (Gewinn je Aktie) (2010/11: +9,8 Prozent auf 53,40 CHF, 44,28 Euro); 2011/12: +11,1 Prozent auf 59,38 CHF (49,24 Euro) keineswegs. Die daraus resultierende Bewertung mit einem 11/12er-Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14 ist akzeptabel. Anleger steigen daher noch auf aktuellem Niveau ein.

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