Ärzte Zeitung online, 28.07.2011

Bayer profitiert vom Chemie-Boom

KÖLN (iss). Bayer erlebt im Gesundheitsgeschäft zurzeit regional unterschiedliche Entwicklungen. "HealthCare hat in den Regionen Asien/Pazifik und Lateinamerika/Afrika/Nahost erfreulich zugelegt, während unsere Umsätze in Nordamerika und Europa leicht zurückgingen", sagte Konzernchef Dr. Marijn Dekkers anlässlich der Veröffentlichung des Zwischenberichts zum zweiten Quartal 2011.

Der HealthCare-Umsatz fiel in diesem Zeitraum um 2,3 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Währungs- und portfoliobereinigt entsprach das einem leichten Zuwachs von 1,8 Prozent. Vom Umsatz stammten 2,7 Milliarden Euro aus dem Pharma-Geschäft, das war ein bereinigtes Wachstum von 0,5 Prozent.

Nach Angaben von Bayer gab es große Zuwächse bei der Hormonspirale Mirena® (Levonorgestrel) mit plus 26,2 Prozent, dem Blutgerinnungsmittel Kogenate® (rFaktor VIII) mit plus 15,4 Prozent und Aspirin® (ASS) Cardio (10,0 Prozent).

Rückläufig waren die Verkaufserlöse dagegen bei Levitra® (Vardenafil) zur Behandlung der erektilen Dysfunktion und dem Antibiotikum Avalox®/Avelox®. Beim Multiple-Sklerose-Medikament Betaferon®/Betaseron® (rekombinantes Interferon beta-1b) sank der Umsatz um 4,7 Prozent.

"Hier wirkten sich ein verstärkter Wettbewerb und Preissenkungen im Zusammenhang mit Gesundheitsreformen in Europa negativ aus", teilte das Unternehmen mit. Das Segment Consumer Health legte um 4,1 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zu.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen vor Sondereinflüssen von Bayer HealthCare (EBITDA) verbesserte sich im zweiten Quartal um 3,0 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, vor allen durch niedrigere Kosten bei Pharma. Für das erste Halbjahr stieg das EBITDA um 7,0 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro.

"Innovationen und die Erschließung neuer Märkte sind Treiber für unser Wachstum", sagte Dekkers. Nach seinen Angaben hat Bayer mit seiner Forschungs- und Entwicklungspipeline im zweiten Quartal gute Fortschritte erreicht.

Das gelte insbesondere für den Gerinnungshemmer Xarelto® (Rivaroxaban), VEGF Trap-Eye zur Behandlung der feuchten altersbedingten Makula-Degeneration und das Krebsmittel Alpharadin® (Radium-223).

"Bis zum Jahr 2013 wollen wir insgesamt 15 Milliarden Euro für Zukunftsinvestitionen bereitstellen, rund zwei Drittel davon für Forschung und Entwicklung", sagte er.

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