Ärzte Zeitung online, 03.08.2011

Hartmann legt beim Umsatz zu

HEIDENHEIM (eb). Der Hersteller von Medizin- und Hygieneprodukten Paul Hartmann mit Sitz in Heidenheim hat im ersten Halbjahr einen höheren Gesamtumsatz als im Vorjahreszeitraum gemacht - bei einem leicht reduzierten operativen Ergebnis.

Hartmann legt beim Umsatz zu

Verpacken der Ware im Logistikzentrum der Paul Hartmann AG: Die Umsatzerlöse für 2011 sind weiter gestiegen.

© dpa

Das Marktumfeld schätzt das Unternehmen unter anderem aufgrund der Sparzwänge im Gesundheitswesen derzeit als schwierig ein.

Durch die steigenden Preise für Rohstoffe und Logistikleistungen, aber auch durch die staatlichen Haushaltsdefizite und die damit verbundenen Budgetrestriktionen in den Gesundheitssystemen habe sich auf Kundenseite der Preisdruck verschärft, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens zu den Halbjahresergebnissen.

Dennoch sei es Hartmann gelungen, die Umsatzerlöse in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahrs um 6,2 Prozent auf 845,3 Millionen Euro weiter zu steigern.

Infolge der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen habe sich das operative Ergebnis (EBIT) im ersten Halbjahr 2011 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,7 Prozent auf 53,5 Millionen Euro reduziert. Das Konzernergebnis ging um 5,4 Prozent auf 35,1 Millionen Euro zurück.

Wachstum in allen Geschäftssegmenten

Das Segment Wundmanagement habe per 30. Juni 2011 eine Steigerung der Umsatzerlöse um 4,4 Prozent auf 227,3 Millionen Euro verzeichnet, heißt es weiter.

Zuwächse habe es insbesondere bei Produktsystemen für die moderne Wundbehandlung und bei postoperativen Verbänden gegeben. Auch bei klassischen Verbandstoffen sei es gelungen, die Marktposition zu verbessern.

Im Geschäftssegment Inkontinenzmanagement habe das Unternehmen seinen Umsatz um 3,3 Prozent auf 301,6 Millionen Euro erhöht. Entsprechend dem Trend in der stationären Pflege, von ein- auf zweiteilige Produktsysteme umzustellen, trugen insbesondere MoliForm Inkontinenzvorlagen zum Wachstum des Geschäftssegments bei.

Und auch MoliCare Mobile, die Inkontinenzhose für mobile Patienten, verzeichnete im 1. Halbjahr 2011 wiederum ein zweistelliges Wachstum.

Weiterhin zweistellig sei das Segment Infektionsmanagement gewachsen. Der Umsatz in diesem Segment zog per 30. Juni 2011 um 16 Prozent auf 191,6 Millionen an.

Das Wachstum resultiere insbesondere aus Zuwächsen in den Produktkategorien OP-Komplettsets, Händedesinfektion und Handschuhe.

Mehr Mitarbeiter in Wachstumsmärkten

Am 30. Juni 2011 waren 10.045 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Hartmann Gruppe beschäftigt. Gegenüber dem Jahresende 2010 entspricht dies einer Zunahme um 63 Personen.

Diese Veränderung beruht vor allem auf dem Ausbau der Fertigungskapazitäten in der KOB-Produktionsgesellschaft in Qingdao/China sowie der Vertriebsstrukturen im Wachstumsmarkt Russland. 61,8 Prozent der Beschäftigten seien zum Ende des 1. Halbjahrs 2011 in ausländischen Tochtergesellschaften tätig gewesen.

Vor dem Hintergrund der steigenden Rohstoffpreise und des Preisdrucks für die eigenen Produkte führe Hartmann sein Effizienzsteigerungsprogramm "mit hoher Intensität" fort, um die Produktivität zu verbessern.

Vorstandsvorsitzender Dr. Rinaldo Riguzzi: "Im Rahmen eines zusätzlich aufgelegten Ergebnisstabilisierungsprogramms haben wir aktuell konzernweit alle Kostenblöcke auf den Prüfstand gestellt und eine Vielzahl von Maßnahmen zur Ergebnisstabilisierung beschlossen." Er erwarte insgesamt für das Jahr 2011 "ein operatives Konzernergebnis auf Vorjahresniveau".

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