Ärzte Zeitung online, 24.08.2011

Gewinneinbruch lässt Grünenthal völlig kalt

AACHEN (cw). "Außerordentlich erfolgreich" lautet die Bilanz Grünenthals für das erste Halbjahr 2011.

Zwar ging der Gewinn nach hohen Desinvestment-Erträgen während der Vergleichsperiode des Vorjahres sowie anhaltend steigender Kosten deutlich zurück. Dennoch ist Unternehmenschef Dr. Harald Stock zufrieden.

Unter den Vorzeichen des abzusehenden Gewinneinbruchs sei das Ergebnis "besser als erwartet". Zudem zeige das gute Wachstum im Kerngeschäft, insbesondere die Zuwachsraten neuer Schmerzmittelprodukte, dass "wir auf dem richtigen Weg sind", so Stock bei einer Telefonkonferenz am Mittwoch.

Der Konzernumsatz nahm von Januar bis Ende Juni um zwei Prozent auf 469 Millionen Euro zu. Bereinigt um Vergleichseffekte infolge abgegebener Geschäfte hätte der Erlös um neun Prozent zugenommen.

Nach 65 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2010 wurden jetzt 19 Millionen Euro Gewinn vor Steuern erzielt. Als vergleichbare Basis seien jedoch nur 27 Millionen Euro anzusetzen, heißt es, da in der Vorjahresperiode auch einmalige Veräußerungserlöse verbucht wurden.

Den bei bereinigter Betrachtung noch zu ermittelnden Gewinnrückgang von 30 Prozent führt Stock auf Ausbietungskosten für den neuen Schmerzwirkstoff Tapentadol (Palexia®) sowie die entgegen dem Branchentrend weiterhin starken Investitionen in Forschung und Entwicklung zurück.

Dieses Jahr will Grünenthal 29 Prozent seines Umsatzes für F&E-Projekte ausgeben. Da der Verkauf des Osteuropageschäfts an Stada - der Vertrag wurde im Juli unterzeichnet - die Konzernkasse zum zweiten Halbjahr klingeln lässt, wird für das Gesamtjahr mit 300 Millionen Euro Gewinn vor Steuern gerechnet.

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