Ärzte Zeitung, 20.10.2011

Abbott gliedert Pharma in eigene Gesellschaft aus

ABBOTT PARK (ck/brs). Abbott wird in zwei eigenständige börsennotierte Gesellschaften aufgespalten.

Wie der US-Konzern mitteilt, wird die nach Umsatz größere (2011 voraussichtlich 22 Millarden US-Dollar) Gesellschaft unter dem Namen Abbott weitergeführt und sich unter anderem auf das Geschäft mit Medizinprodukten konzentrieren.

Die andere (voraussichtlich 18 Millarden US-Dollar Umsatz) wird als forschender Arzneimittelhersteller ausgegliedert. Der Name für das neue Unternehmen steht noch nicht fest.

Geplant ist, dass an die Abbott-Aktionäre steuerfrei Aktien des neuen Pharmaunternehmens ausgegeben werden, die an der Börse handelbar sind.

Das Ausgabeverhältnis soll später festgelegt werden. Die geplante Transaktion soll Ende 2012 abgeschlossen sein. Sie ist unter anderem abhängig von der Zustimmung des Board of Directors von Abbott.

Zweistelliges Wachstum angestrebt

Unter dem Namen Abbott werden dann neben Medizintechnik-Produkten wie Stents (z. B. Xience), auch die Sparten Diagnostika, Blutzuckermessgeräte, Ophthalmika, Säuglingsnahrung, klinische Ernährung sowie Markengenerika geführt.

Die Gesellschaft werde weiter ein zweistelliges Wachstum des Gewinns je Aktie anstreben und habe gute Möglichkeiten für eine geografische Expansion vor allem in wachstumsstarke aufstrebende Märkte, in denen Abbott schon jetzt 40 Prozent seiner Umsätze macht. Abbott-CEO Miles White wird Chef dieser Gesellschaft bleiben.

Umsatzstärkstes Produkt des durch die Ausgliederung neu entstehenden forschenden Arzneimittelherstellers ist der monoklonale Antikörper Humira® (Adalimumab).

Langjähriger Mitarbeiter wird Chef

Er wird nach Einschätzung von Analysten schon 2012 Pfizers Sortis® (Atorvastatin) als weltweiten Top-Seller ablösen. Weitere umsatzstarke Produkte sind Lupron oder Kaletra® (Lopinavir/Ritonavir).

Eine attraktive Pipeline mit Projekten in wichtigen Spezial-Therapiegebieten wie Hepatitis C, Immunologie, Chronische Nierenerkrankung, Frauengesundheit, Onkologie und Neurowissenschaften sollen zum künftigen Wachstum beitragen.

Richard A. Gonzalez, derzeit Executive Vice President bei Abbott, wird das neue Unternehmen leiten. Er steht schon seit 30 Jahren auf der Pay Roll von Abbott.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »