Ärzte Zeitung online, 20.10.2011

Teva investiert kräftig in ratiopharm

3,6 Milliarden Euro hat Generika-Riese Teva im Frühjahr 2010 ausgegeben, um den deutschen Konkurrenten ratiopharm zu übernehmen. Um den deutschen Standort zu stärken, wird jetzt weiter kräftig investiert.

ULM (dpa). Der israelische Pharmakonzern Teva investiert kräftig in die Werke seiner deutschen Tochter ratiopharm.

Insgesamt fließen in diesem und dem kommenden Jahr über 50 Millionen Euro in die Produktion von Generika in Ulm und Blaubeuren-Weiler (Alb-Donau-Kreis), wie ein Sprecher am Donnerstag in Ulm sagte.

Er bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". In diesem Jahr würden über 30 Millionen, im kommenden über 20 Millionen Euro investiert.

Kauf war 3,6 Milliarden schwer

"Es war von Anfang an geplant, dass die Produktion hierbleibt und, wenn nötig, ausgebaut wird", sagte der Sprecher. Teva hatte ratiopharm im Frühjahr 2010 für 3,6 Milliarden Euro von der Familie Merckle gekauft.

Die deutsche Teva-Zentrale wurde aus dem sächsischen Radebeul nach Ulm verlegt. Nach dem Zeitungsbericht sind 150 neue Stellen in Produktion und Logistik entstanden. Zudem gebe es 250 offene Stellen, sagte ratiopharm-Chef Sven Dethlefs der "FAZ".

Teva ist der nach eigenen Angaben weltweit führende Hersteller von Generika, sogenannter Nachahmermedikamente. Die Israelis weisen keine Zahlen speziell für ihre deutsche Tochter aus.

Weltweiter Umsatz von rund 16 Milliarden US-Dollar

Weltweit setzte Teva im zweiten Quartal 4,2 Milliarden US-Dollar (3,1 Milliarden Euro) um. Der Gewinn vor Sonderposten lag bei 984 (Vorjahr: 981) Millionen Dollar. Dabei profitierte das Europageschäft vor allem vom ratiopharm-Zukauf.

Am 2. November legt Teva die Zahlen für das dritte Quartal vor. Die Beschäftigtenzahl beläuft sich weltweit auf rund 45.000. 2010 lag der weltweite Umsatz bei 16,1 Milliarden Dollar.

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