Ärzte Zeitung, 27.11.2011

PKV-Anbieter muss Prämien drastisch erhöhen

KÖLN (akr). Der private Krankenversicherer Central wird zum ersten Januar die Prämien für viele Kunden drastisch erhöhen.

PKV-Anbieter muss Prämien um bis zu 40 Prozent erhöhen

Central-Hauptververwaltung: Bis zu 40 Prozent höhere Prämien.

© Central

"Im Schnitt werden die Beiträge um 12,9 Prozent steigen", sagte Unternehmenssprecher Ronald Voigt. Für einige Versicherte wird die Prämienerhöhung sehr hoch ausfallen. "Wir haben Kunden, bei denen die Steigerung im Bereich von 40 Prozent liegt", sagte er.

Die Central hatte bereits im Sommer die Vermittler über anstehende "Erhöhungen im zweistelligen Bereich" informiert.

Der Hauptgrund dafür sei die Leistungsentwicklung, sagte der Sprecher. Aber auch das Problem der Nicht-Zahler treibe die Beiträge nach oben.

Beitragssteigerung auch bei anderen Anbietern

Auch Ärzte, die bei anderen Unternehmen versichert sind, müssen mit Prämienerhöhungen rechnen. Bei den großen Anbietern stehen Steigerungen im Schnitt von fünf bis sieben Prozent an.

Für Ärzte, die beim Marktführer Debeka versichert sind, steigen die Prämien im nächsten Jahr nicht. "Wir werden eine Beitragsanpassung von 3,6 Prozent vornehmen, sie betrifft aber nur Beamte", sagte Debeka-Sprecher Dr. Gerd Benner.

Die Central ist eine Tochter des Generali-Konzerns, zu dem auch die AachenMünchener und der Direktversicherer CosmosDirekt gehören.

Sie ist gemessen an den Beitragseinnahmen und der Zahl der vollversicherten Personen der fünftgrößte Krankenversicherer in Deutschland.

Resultat aggressiver Wachstumspolitik

Ende 2010 hatte die Central rund 509.000 vollversicherte Kunden und inklusive Zusatz-Policen Prämieneinnahmen von 2,2 Milliarden Euro.

Die anstehenden Preiserhöhungen sind auch Resultat der aggressiven Wachstumspolitik der vergangenen Jahre. Central hat mit sehr preiswerten Policen Kunden geworben.

Die Manager bauten darauf, dass die Kunden ihren Schutz später ausbauen und in teurere Tarife wechseln würden. Die Strategie ist nicht aufgegangen.

Der Krankenversicherer hat mittlerweile eine Kurskorrektur vorgenommen. Er bietet keine Billigtarife mehr an, sondern will sich künftig auf höherpreisige Angebote konzentrieren.

Außerdem wird er seinen eigenen, 600 Vertreter starken Vertrieb aufgeben. In Zukunft wird die Vertriebsorganisation Deutsche Vermögensverwaltung Policen der Central verkaufen.

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