Ärzte Zeitung, 24.07.2012

Markenlexikon für die Medizin erschienen

FRANKFURT/MAIN (brs). Von 1 A Pharma bis Zovirax® - das vor Kurzem erschienene "Deutsche Markenlexikon - Medizin & Gesundheit" gibt Orientierung in der Welt der Gesundheits- und Medizinmarken. Und bietet Ärzten dabei einen Einblick in die Welt der Markenstrategie.

Porträtsammlung von Marken im Gesundheitswesen

Buchpremiere in Frankfurt: Ministerpräsident Volker Bouffier, FIZ-Geschäftsführer Dr. Christian Garbe, Oberbürgermeisterin a.D. Petra Roth, Verleger Dr. Florian Langenscheidt.

© sbra

Erfolgreich etablierte Marken haben für die Unternehmen, denen sie gehören einen hohen Wert.

Verbraucher bringen ihnen ein konstantes Grundvertrauen entgegen, selbst wenn sich die Produkte häufig ändern, wie etwa die Hardware der Marke Apple®, die auf der jährlich berechneten Weltrangliste des Marktforschungsunternehmens MillwardBrown auf Platz 1 steht und mit mehr als 183 Milliarden Dollar (140 Milliarden Euro) bewertet wird.

Marken geben auch solchen Produkten ein Gesicht, die man nicht in die Hand nehmen kann, weil sie "nur" virtuell existieren, wie die Suchmaschine der Marke GoogleTM (108 Milliarden Dollar, Platz 3).

Im Gegensatz zu solchen Marken verbreiten Produkt- und Unternehmensmarken in der Gesundheitswirtschaft weit weniger Glanz.

Den meisten Patienten sagt der Herstellername auf der Packung ihres verschreibungspflichtigen Arzneimittels wenig oder gar nichts, wenn sie ihn überhaupt wahrnehmen.

Etwas besser sieht es bei rezeptfreien Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten aus. Wie die jährlich erhobene europäische Verbraucherstudie von Reader's Digest zeigt, können Verbraucher auch ungestützt, also ohne Vorgabe eines Markennamens, das OTC-Analgetikum oder die Vitaminmarke nennen, der sie am meisten vertrauen - in Deutschland liegen Aspirin® und Centrum® derzeit vorne (Stand 2012).

Marken aus etlichen Sparten

Die Bekanntheit von Marken der Gesundheitswirtschaft hat bisher nicht mit der Wachstumsdynamik der Branche mithalten können.

Das im Verlag Deutsche Standards erschienene Lexikon leistet daher auch einen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit.

Das Team um Verleger Florian Langenscheidt hat, unterstützt von einem fachkundigen Beirat, mehr als 600 Unternehmens-, Produkt- und Dienstleistungsmarken zusammengetragen und in dem fast 500 Seiten starken Band porträtiert.

Ein Schwerpunkt sind zwar rezeptfreie Arzneimittel und Medizinprodukte. Vorgestellt werden aber auch Marken der Medizintechnik, Diagnostika, medizinische Hilfsmittel und deren Hersteller, Verbände, Kliniken, gesetzliche und private Krankenversicherer.

Seit wann gibt es die Marke, wer ist ihr Inhaber, mit welchen Logos und in welchem Design zeigt sie sich, wie hat sie sich im Laufe ihrer Geschichte verändert?

Fragen wie diese beantworten die Porträts. Wo immer möglich, wird der Name erklärt. Meist sind es ja Kunstnamen, aber oft haben sie auch eine Bedeutung, die sich bei Ohropax® sehr schnell, aber etwa bei Odol® nicht so leicht erschließt.

Ja - auch Mundpflegeprodukte erfasst das Lexikon, und wie man erfährt, setzt sich Odol® zusammen aus dem Griechischen Odous (Zahn) und dem Lateinischen Oleum (Öl).

Wer einen Hang für Marketingthemen hat, wird es zu schätzen wissen, dass zu vielen Produkten auch die Markenstrategie und die Werbung dargestellt wird.

Für wen lohnt sich die Lektüre besonders? Zunächst natürlich für die Industrie und die Dienstleister, die mehr über ihre Wettbewerber erfahren möchten.

Auch für Ärzte interessant

Aber auch für Apotheker und PTAs, weil sie die Kunden zu einem Gutteil der Produkte beraten, die in dem Handbuch beschrieben werden. Ärzten bietet die Lektüre vor allem Orientierung über die verschiedenen Anbieter der Branche.

Lust zum Stöbern in dem Lexikon kann sich jedoch auch ganz ohne professionelles Motiv durch einen persönlichen Bezug zur Marke entwickeln.

Zum Beispiel wenn man auf den anekdotenreich beschriebenen Efeublätterextrakt stößt, mit dem man schon als Fünfjähriger behandelt wurde, und erfährt, dass die lindernde Marke genauso alt ist, wie man selber und der Hersteller seinerzeit in der Stadt seinen Sitz hatte, in der man die Kindheit verbrachte.

Seine feierliche Buchpremiere hatte das "Markenlexikon Medizin & Gesundheit" Ende Juni in Frankfurt. "Enthüllt" wurde es von der langjährigen Oberbürgermeisterin Petra Roth, dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, Florian Langenscheidt und Dr. Christian Garbe, dem Geschäftsführer des FIZ Frankfurter Innovationszentrums Biotechnologie, das Mitherausgeber des Lexikons ist.

Der Besuch von Roth und Bouffier im FIZ hatte neben der Buchpremiere noch einen besonderen Anlass: Das Technologiezentrum feierte sein zehnjähriges Jubiläum.

Das auf dem Frankfurter Riedberg unweit des Campus der Universität errichtete Zentrum bietet kleinen und mittleren Unternehmen die passende Infrastruktur für Forschung und interdisziplinären Austausch. Größter Mieter ist das familiengeführte Pharmaunternehmen Merz.

Das FIZ wurde 2002 von der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen gegründet, im nächsten Jahr kann bereits die dritte Ausbaustufe bezogen werden.

Deutsches Markenlexikon - Medizin & Gesundheit, ISBN: 978-3-86936-250-2, Preis: 39,90 Euro

Topics
Schlagworte
Unternehmen (10798)
Buchtipp (270)
Organisationen
Google (339)
Personen
Volker Bouffier (29)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

"GOÄ-Novelle bis Ende 2017 ist sportliches Ziel"

Wann kommt die neue GOÄ? Im Interview mit der "Ärzte Zeitung" verrät GOÄ-Verhandlungsführer Dr. Reinhard genaueres. mehr »

"Harte Hand" schadet dem Schulerfolg

Den Lebenswandel eines Kindes kann ein sehr strenges Elternhaus negativ beeinflussen, belegt eine Studie. mehr »