Ärzte Zeitung online, 24.09.2013

Praxisnetze

UGOM richtet sich strategisch neu aus

Eines der Pioniernetze in Deutschland, das Unternehmen Gesundheit Oberpfalz Mitte (UGOM), strebt in Zukunft auch morbiditätsbezogene Selektivverträge an. Zudem kommt es zum Wechsel in der Geschäftsführung.

Von Hauke Gerlof

AMBERG. Nicht nur Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr wird demnächst neue Wege gehen. Auch sein Bruder Dr. Thomas M. Bahr, bisher Geschäftsführer des Unternehmens Gesundheit Oberpfalz Mitte in Amberg, strebt nach neuen Ufern.

Wie die "Ärzte Zeitung" am Montag erfahren hat, wird in Zukunft Diplom-Kaufmann Henryk Steinbach die Geschäfte von UGOM führen und damit die Nachfolge von Thomas Bahr antreten.

Steinbach war bis dato als Senior Netzmanager für viele gesellschaftsinterne und projektbezogene Aufbauarbeiten und Aufgaben im Netz zuständig.

Verbunden mit diesem nach Angaben des Netzes einvernehmlichen Wechsel ist eine strategische Neuausrichtung des bereits 2002 gegründeten Netzes mit mittlerweile fast 100 Gesellschaftern - Hausärzten, Fachärzten fast aller Fachgebiete sowie den regionalen Krankenhäusern: "In Betrachtung der zurückliegenden Erfahrungen mit Budgetverantwortungsverträgen sowie den aktuellen gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen erscheint eine neue Ausrichtung notwendig", habe der Vorsitzende des Aufsichtsrats und Mitbegründer Dr. Hermann Dandorfer bei der jüngsten Jahreshauptversammlung der Gesellschafter bekanntgegeben.

Kapitalerhöhung soll unternehmerische Flexibilität steigern

"Wir werden nun neben den Verträgen mit Budgetverantwortung, bei denen es um die Morbidität der Population der gesamten Netzpatienten geht, weitere Verträge anstreben, die spezifische Morbiditäten betreffen", sagte Dandorfer weiter.

Man erwarte hier "insbesondere eine verbesserte Qualität und zusätzlichen Service für ganz spezifische Patientengruppen, gegebenenfalls auch für weitere Krankenkassen".

Dafür hat das Netz nun offenbar auch eine Kapitalerhöhung beschlossen, die die erforderliche unternehmerische Flexibilität sichern soll.

Sind reine Einsparverträge noch sinnvoll?

Die zukünftige Perspektive von reinen Einsparpotenzialverträgen erscheine fragwürdig, so das neue Netzmanagement. Insbesondere durch die bislang nicht gelösten gesundheits- und finanzpolitischen Rahmenbedingungen für regionale Gesundheitsunternehmungen, erscheine es kaum möglich, einerseits einen sozialen Auftrag zu erfüllen und andererseits die hierzu notwendige unternehmerische Handlungsfähigkeit herzustellen.

Dazu bedürfe es eines neuen, erweiterten Geschäftsmodells und einer adäquaten Struktur vor Ort.

Der scheidende Geschäftsführer Thomas Bahr wird UGOM nach eigener Aussage auch in Zukunft als Berater verbunden bleiben.

Bahr ist Gesellschafter der neu gestarteten Nürnberger Managementgesellschaft UG-MaS GmbH (Unternehmung Gesundheit Management & Services), die sich unter anderem als Dienstleister für neue Versorgungsformen versteht.

Bahr will dabei seine Erfahrungen im regionalen Gesundheitsmanagement auch in anderen Netzen einbringen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »