Ärzte Zeitung, 04.11.2013

vfa meldet

Weniger Versuchstiere in Pharma und Medtech

BERLIN. Die bundesdeutschen Pharma- und Medizinproduktehersteller haben ihren Bedarf an Versuchstieren 2012 erneut gesenkt.

Insgesamt benötigte die Branche nach Angaben des Verbands forschender Arzneimittelhersteller (vfa) 803.766 Tiere. Das seien 3,5 Prozent weniger als 2011 und sogar fast zehn Prozent weniger als 2010 gewesen.

Bei 86 Prozent dieser Versuchstiere handelte es sich den Angaben zufolge um Mäuse oder Ratten.

Das geht aus den amtlichen Versuchstierzahlen des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hervor, die Ende Oktober veröffentlicht wurden.

Kaum noch verwendet werden Hunde (0,27 Prozent), Affen (0,14 Prozent) oder Katzen (0,08 Prozent). (eb)

[04.11.2013, 18:53:58]
Dr. Horst Grünwoldt 
Tierversuche
Die Reduktion der Versuchstiere in bio-medizinischen Experimenenten wird jeden moderaten Tierschützer erfreuen. Ob dazu die sog. Tierversuchs-Ersatzmethoden wesentlich beitragen, wage ich zu bezweifeln. Schließlich sind diese strenggenommen nur komplementär als Zellkulturen oder monozelluläre Gewebe zu den organsystemischen Ganzkörper-Modellen warmblütiger Wirbeltiere anzusehen.
Vergessen wir aber nicht, wie es zu dem Contergan(Thalidomid)- Drama der späten 60er-Jahre kam: Bei tierexperimentellen Untersuchungen zu einem hervorragenden Sedativum/Einschlafmittel wurde eine Versuchstierart (Meerschweinchen) draußen vorgelassen, welche die Embryo-Toxizität der Substanz schon im Tiermodell während des fötalen Stadiums angezeigt hätte!
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock zum Beitrag »

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