Ärzte Zeitung, 03.03.2014

BASF und Co

Chemiegiganten glänzen mit Rekordgewinnen

Internationale Chemieunternehmen wie BASF und DuPont erfreuten Börsianer zuletzt mit Rekordergebnissen. Einige Analysten sehen sogar noch weiteres Kurspotenzial für die Aktien der Branche.

Von Richard Haimann

basf-A.jpg

BASF-Stammwerk in Ludwigshafen. Zuletzt glänzte das Traditionsunternehmen auch mit einem Konzernüberschuss von 4,8 Milliarden Euro.

© Pressefoto BASF

NEU-ISENBURG. Starkes Wachstum im Geschäft mit der Autoindustrie und beim Absatz von Pflanzenschutzmitteln haben BASF im vergangenen Jahr zu einem Rekordergebnis verholfen. Die Ludwigshafener steigerten den Umsatz um drei Prozent auf den neuen Spitzenwert von 74 Milliarden Euro.

Der Konzernüberschuss wuchs um 0,5 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Die Aktionäre würden an der positiven Entwicklung partizipieren, verspricht Vorstandschef Kurt Bock. "Wir erhöhen die Dividende um zehn Cent auf 2,70 Euro."

Auch bei den US-Konkurrenten Dow Chemical und DuPont läuft es rund. DuPont, zu dessen Portfolio die in Europa umstrittene gentechnisch veränderte Maissorte 1507 gehört, konnte durch kräftigen Zuwachs im Geschäft mit Agrochemikalien seinen Umsatz im vergangenen Quartal um sechs Prozent auf 7,7 Milliarden Dollar (5,6 Milliarden Euro) steigern.

Dieses Jahr will Vorstandschefin Ellen Kullman den Gewinn pro Aktie auf 4,20 bis 4,45 US-Dollar anheben - das wäre ein Plus von acht bis 15 Prozent gegenüber 2013.

Dow Chemical konnte den Umsatz im jüngsten Quartal auf 14,4 Milliarden US-Dollar anheben und einen Gewinn von 0,65 US-Dollar pro Aktie einfahren - vier Prozent mehr als Analysten im Schnitt erwartet hatten.

Können die Amerikaner Kurs halten?

"Dow Chemical wird seine Gewinnmarge künftig überdurchschnittlich ausbauen können", sagt Hassan Ahmed, Miteigentümer der New Yorker Investmentresearchgesellschaft Alembic Global Advisors, und rät zum Kauf der Aktie. Für weitere Kursphantasien bei beiden US-Werten sorgen auch umfangreiche Aktienrückkaufprogramme.

Dow Chemical will in den kommenden Jahren für 4,5 Milliarden US-Dollar eigene Papiere aufnehmen. DuPont hat dafür sogar fünf Milliarden US-Dollar bereitgestellt. Allerdings sind bei DuPont einige Beobachter skeptisch, ob der Konzern Umsatz und Gewinn nachhaltig steigern kann.

"Die Zuwächse im vergangenen Quartal stammten überwiegend aus vorgezogenen Saatverkäufen", sagt Mark Gulley vom New Yorker Investmenthaus BGC Partners. Er hat die Aktie deshalb nur mit Halten eingestuft.

Bei BASF dämpft Vorstandschef Bock allzu optimistische Erwartungen. Wegen der Rezession in weiten Teilen Europas könne der Konzern in diesem Jahr noch nicht mit starkem Rückenwind durch die Konjunktur rechnen.

Zudem haben sich die Tarifpartner in der Chemieindustrie gerade auf eine Lohnsteigerung von 3,7 Prozent geeinigt. "Insgesamt erwarten wir, dass wir uns in einem weiterhin herausfordernden Umfeld gut behaupten werden", sagt Bock. Der Konzernumsatz werde dieses Jahr voraussichtlich etwas zurückgehen, der Konzerngewinn hingegen leicht zulegen.

BASF-Papier im Vergleich günstiger

Analysten sind geteilter Meinung über die weiteren Kursaussichten, da die BASF-Aktie seit vergangenem Herbst bereits um 28 Prozent gestiegen ist. Lutz Grüten von der Commerzbank stuft das Papier weiterhin mit Kaufen ein: "Die überdurchschnittliche Kursentwicklung ist gerechtfertigt" durch das starke Chemikaliengeschäft.

Auch Markus Meyer vom Analysehaus Kepler Cheuvreux rät zum Kauf der Aktie. Wie 2013 könnte BASF auch dieses Jahr wieder bessere Zahlen erzielen als am Markt erwartet werde.

Hingegen stuft NordLB-Analyst Thorsten Strauß das Papier nur mit Halten ein. "Die Aktie bietet zwar eine attraktive Dividendenrendite, die aktuelle Bewertung lässt aber wenig Aufwärtspotenzial zu." Derzeit werden die BASF-Papiere zum 14-fachen des für dieses Jahr erwarteten Gewinns gehandelt.

Die Dividendenrendite beträgt rund 3,3 Prozent. Damit ist die Aktie jedoch günstiger als die Papiere der US-Konkurrenten, deren Kurse zuletzt ebenfalls deutlich gestiegen sind.

DuPont-Aktien notieren zum 15-fachen des voraussichtlichen Jahresgewinns, die Aktie von Dow Chemical sogar zum 16-fachen. Die Dividendenrendite der US-Werte liegt derzeit jeweils bei 2,9 Prozent.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Pneumonien unter Benzodiazepinen

Benzodiazepine sind bei Patienten, die an Morbus Alzheimer leiden, mit einer Häufung von Lungenentzündungen assoziiert. Für Z-Substanzen gilt das womöglich nicht. mehr »

Psychotherapie bei Borderline nur mäßig erfolgreich

Spezifische Psychotherapien sind bei Borderline-Patienten unterm Strich zwar wirksamer als unspezifische Behandlungen: Allerdings fällt die Bilanz in kontrollierten Studien eher mager aus. mehr »

KBV legt acht Punkte für eine Reformagenda vor

Rechtzeitig vor dem Bundestagswahlkampf und dem Start in eine neue Legislaturperiode hat die KBV ein Programm für eine moderne Gesundheitsversorgung vorgelegt. Was steht drin? mehr »