Ärzte Zeitung, 12.06.2014

2013

Weleda wieder deutlich im Gewinn

Weleda 2013: Die Reorganisation trägt Früchte, der Schuldenabbau kommt voran, und unterm Strich bleibt wieder mehr übrig.

SCHWÄBISCH-GMÜND. Nach zuletzt schwierigen Jahren ist der Hersteller pflanzlicher Kosmetika und Homöopathika Weleda im vergangenen Jahr wieder deutlich in die Gewinnzone zurückgekehrt. Das anthroposophisch orientierte Unternehmen mit Hauptsitz im schweizerisch Arlesheim konnte den Umsatz um vier Prozent auf 337 Millionen Euro verbessern.

Rund 100 Millionen Euro wurden mit Arzneimitteln erwirtschaftet (+5,0 Prozent), 236 Millionen Euro entfielen auf Kosmetika (+4,1 Prozent). Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) verdreifachte sich gegenüber Vorjahr auf rund 34 Millionen Euro.

Bei gleichzeitigem Schuldenabbau in gleicher Größenordnung (um 34,6 Millionen auf 49 Millionen Euro) blieben nach Steuern noch 4,7 Millionen Euro in der Konzernkasse. Zum Vergleich: Im Vorjahr betrug der Gewinn nach Steuern eine halbe Million Euro, 2011 mussten sogar 8,4 Millionen Euro Verlust verbucht werden.

Verantwortlich für die erfreuliche Gewinnentwicklung sei neben dem organischen Verkaufswachstum die Reorganisation der Unternehmensführung, die sich 2013 erstmal voll ausgewirkt habe, eine anhaltend hohe Kostendisziplin sowie eine verbesserte Produktivität.

Drei Prozent Umsatzwachstum für 2014 erwartet

Auch der Start ins aktuelle Geschäftsjahr gestalte sich vielversprechend, teilte Weleda zu Monatsbeginn mit. Demnach lägen die Erlöse in den ersten vier Monaten mit 120 Millionen Euro (+7,1 Prozent) "leicht über Plan". Für das Gesamtjahr 2014 rechnet Weleda mit einem Umsatzwachstum von rund drei Prozent.

Wegen höherer "Projektkosten für Produktinnovationen, Marktentwicklung, Infrastruktur sowie Forschung und Entwicklung" wird mit einem leichten Rückgang beim Gewinn vor Steuern gerechnet. Die Nettoverschuldung werde sich auch in diesem Jahr weiter verringern, heißt es.

In Deutschland, dem größten Einzelmarkt des Unternehmens, erwirtschaftete Weleda 2013 rund 153 Millionen Euro (plus neun Prozent). Trotz guten Verkaufswachstums der Weleda-Arzneimittel in Deutschland, Österreich sowie dem Heimatmarkt Schweiz, ist dieser Geschäftszweig aber nach wie vor nicht profitabel. Immerhin habe man 2013 den "negativen Ergebnisbeitrag" der Sparte "um ein Drittel verbessert".

Damit sei man dem strategischen Ziel, ab 2016 das Arzneimittelgeschäft "kostendeckend zu betreiben" wieder ein Stück näher gekommen. Von der Neueinführung des Medizinprodukts "Visiodoron Malva® Augentropfen" wird jetzt zusätzlicher Schub in Richtung schwarzer Zahlen erhofft. (cw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Im Sushi war der Wurm drin

Der Hinweis aufs Sushi brachte die Ärzte auf die richtige Spur. Statt den Patienten wegen Verdachts auf akutes Abdomen zu operieren, führten sie eine Gastroskopie durch. mehr »

Importierte Infektionen führen leicht zu Diagnosefehlern

Wann muss ein Arzt für eine Fehldiagnose gerade stehen? In einem aktuellen Fall entschied das Oberlandesgericht Frankfurt gegen einen Arzt. mehr »

"Turbolader einer Zwei-Klassen-Medizin"

Die Einheitsversicherung als Garant für Gerechtigkeit im Versorgungssystem? Aus Sicht von BÄK-Präsident Professor Frank Ulrich Montgomery eine fatale Fehleinschätzung. Die "Ärzte Zeitung" dokumentiert Auszüge aus seiner Ärztetags-Eröffnungsrede. mehr »