Ärzte Zeitung, 16.10.2014

Dialyse

KfH erarbeitet sukzessive schwarze Zahlen

Nach einer Schwächephase 2013 hat sich die wirtschaftliche Situation des Kuratoriums für Dialyse und Nierentransplantation (KfH) wieder stabilisiert.

NEU-ISENBURG. Das bis 2017 reichende Sanierungsprogramm des Kuratoriums für Dialyse und Nierentransplantation (KfH) scheint zu greifen.

Nach einem Verlust im Jahr 2013 erreichte die gemeinnützige Organisation im ersten Halbjahr 2014 ein ausgeglichenes Ergebnis, wie der seit dem 1. Oktober 2013 amtierende Vorstandsvorsitzende Professor Dr. Dieter Bach im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" erläutert hat.

Ursächlich für 2013 eingetretene Defizite waren mehrere Umstände:

  • die Absenkung der Sachkostenpauschale durch den Bewertungsausschuss von KBV und GKV zum 1. Juli 2013,
  • eine stagnierende, teils leicht rückläufige Zahl von Dialyse-Patienten und
  • ein überproportionaler Anteil mittlerer und kleinerer Zentren beim KfH.

Allein die Absenkung der Sachkostenpauschale habe das KfH mit rund 20 Millionen Euro belastet. Gleichwohl habe der Umsatz im ersten Halbjahr 2014 im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum stabil gehalten werden können. Nach einem ausgeglichenen Ergebnis in diesem Jahr erwartet Bach für 2015 einen moderaten Überschuss.

In den nächsten fünf bis sechs Jahren steht das Kuratorium vor der Herausforderung, dass die Gesamtzahl der Dialyse-Patienten in Deutschland - gegenwärtig etwa 82.000 - stagnieren wird.

Erst ab 2020 sei mit steigender Morbidität zu rechnen. Gleichwohl ist es seit Herbst 2013 gelungen, die Zahl der Dialyse-Patienten von 18.370 auf 18.727 im August 2014 zu steigern.

Positiv ausgewirkt haben sich auch zum 1. Januar 2014 in Kraft getretene Änderungen des Bundesmantelvertrags - Ärzte. Danach erhalten alle ermächtigten ärztlich geleiteten Einrichtungen die Möglichkeit, nephrologische Grundpauschalen nach den GOP 13590 bis 13592 abzurechnen.

Benachteiligung beseitigt

Damit, so KfH-Vorstandschef Bach, sei eine bisher existierende Benachteiligung des KfH im Vergleich zu niedergelassenen Nephrologen beseitigt worden. Es erlaube dem KfH nun eine umfassende Versorgung nierenkranker Patienten - nicht zuletzt auch für zuweisende Ärzte ein entscheidender Aspekt.

Bei wachsender Bedeutung der Folgen von Zivilisationskrankheiten sei eine frühere Beteiligung und Einschaltung der Nierenspezialisten durch Hausärzte wesentlich, um das Risiko späterer Komplikationen zu senken. Das KfH biete dazu eine wohnortnahe Infrastruktur.

Intern soll in den Dialysezentren ein bis 2017 mit externen Beratern abgestimmtes Sanierungsprogramm realisiert werden. Von den insgesamt 7239 Stellen (Stand 31. Dezember 2013) sollen durch natürliche Fluktuation drei bis vier Prozent abgebaut werden. Bei allmählich steigenden Patientenzahlen soll die Arbeit verdichtet und effizienter gestaltet werden.

Dazu gehört, die Leistungsspektren der verschiedenen Zentren im Detail zu überprüfen und die Arbeitsteilung zu intensivieren. Dazu wird gegenwärtig der Aufbau lokaler Verbünde unter den Zentren realisiert.

Die Zahl der 188 Nierenzentren und der 16 auf Kinder und Jugendliche spezialisierten Zentren - bei letzteren hat das KfH nach eigenen Angaben eine Monopolstellung - soll jedoch unverändert bleiben. Ferner werden alle Kooperationen mit anderen Leistungserbringern analysiert.

Zur Aufrechterhaltung einer qualitativ hochwertigen Versorgung werde an patientennah eingesetzter Technik nicht gespart, versicherte Bach. Gleichwohl werde man jeden Kapitaleinsatz kritisch prüfen und dabei auch Leasing-Verträge als Alternative erwägen. (HL)

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