Ärzte Zeitung, 23.10.2014

Umfrage

Wenig Zuspruch für E-Dampf

Elektronische Zigaretten wecken durchaus die Neugier potenzieller Konsumenten, überzeugen diese aber meist nicht. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Deutschen Krebsforschungszentrums.

HEIDELBERG. In Deutschland steigt das Interesse an elektronischen Zigaretten seit 2012 kontinuierlich an. Dies zeigt eine vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) bei der Gesellschaft für Konsumforschung in Auftrag gegebene Umfrage. Dauerhaft verwende aber weniger als ein Prozent der Befragten E-Zigaretten.

"In Deutschland findet momentan keine Substitution der Tabak- durch E-Zigaretten statt, sondern - wenn überhaupt - gibt es einen dualen Konsum", erklärt Dr. Martina Pötschke-Langer, beim DKFZ Leiterin der Stabstelle Krebsprävention.

Vor zwei Jahren hatte das DKFZ zum ersten Mal eine Umfrage zum Konsum von E-Zigaretten in Auftrag gegeben. Hatten im Jahr 2012 nur sechs Prozent der befragten Raucher E-Zigaretten ausprobiert, waren es 2013 schon 14 Prozent, 2014 sind es laut DKFZ nun schon 19 Prozent der Raucher und fast neun Prozent aller Befragten - Raucher, Exraucher und Nichtraucher -, die die Produkte zumindest einmal getestet haben.

Wie Pötschke-Langer mit Blick auf die Umfrageergebnisse resümiert, stoße der E-Dampf gerade bei potenziellen jüngeren Konsumenten auf Akzeptanzprobleme: "Vor allem jüngere Menschen probieren die Produkte kurzzeitig aus, favorisieren jedoch keinen Dauerkonsum."

Obwohl immer mehr Menschen E-Zigaretten verwenden, lehnen es laut DKFZ fast drei Viertel der Befragten ab, die Produkte in der Öffentlichkeit auch in Rauchverbotsbereichen zu verwenden.

Rauchverbot auch für E-Zigaretten

Sie sind der Ansicht, dass das Rauchverbot in Gaststätten auch für E-Zigaretten gelten sollte. Dabei sind bei Weitem nicht nur Nicht- und Exraucher dafür, sondern auch mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Raucher. Ebenso viele Raucher begrüßen auch grundsätzlich die Rauchverbote in der Gastronomie.

Den Gebrauch von E-Zigaretten in Nichtraucherbereichen zu verbieten, empfiehlt nach Angaben des Krebsforschungszentrums auch die Weltgesundheitsorganisation, deren Conference of the Parties vor Kurzem in Moskau zu Ende ging. Denn beim Gebrauch von E-Zigaretten gelangten lungengängige Partikel und geringe Mengen krebserzeugender Substanzen in die Raumluft und beeinträchtigten die Luftqualität.

Zudem bekämen Raucher Lust auf eine "echte" Zigarette, wenn sie jemanden eine elektronische Zigarette verwenden sähen. Dadurch, so warnt das DKFZ, rauchten sie mehr und hätten eine geringere Motivation, einen Rauchstopp zu versuchen.

Um Jugendliche und Erwachsene wirksam vor einer möglichen Nikotinsucht und daraus resultierenden Gesundheitsgefahren zu schützen, sollten E-Zigaretten - ähnlich wie Tabakprodukte - weiteren regulatorischen Maßnahmen unterworfen werden, fordert das DKFZ. Dazu zählten seiner Ansicht nach beispielsweise ein Abgabeverbot an Jugendliche und das Verbot von Aromen, die für Kinder attraktiv sind. (maw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Adiopositas-Op nötig, aber Kasse will nicht zahlen

Wenn der Antrag eines Adipositas-Patienten auf eine bariatrische Operation abgelehnt wird, bringt das Ärzte in eine schwierige Situation. Denn oft verschlechtert sich der Zustand des Betroffenen. mehr »

Immer mehr Nichtraucher erkranken an Lungenkrebs

In US-Kliniken tauchen immer häufiger Nichtraucher mit Lungenkrebs auf, vor allem Frauen sind betroffen. Das könnte am Passivrauchen liegen. mehr »

Wer nicht hören will, den soll die Kita künftig melden

Prävention mit Drohgebärden: Künftig will das Bundesgesundheitsministerium nicht nur mit Bußgeld drohen, sondern auch die Kitas einspannen, um die Verweigerer einer verpflichtenden Impfberatung herauszufischen. mehr »