Ärzte Zeitung, 25.03.2015

Map-Report

Moderate Zuwächse bei PKV-Prämien

Beitragssteigerungen, Bilanzkennzahlen, Gesundheitsmanagement und Beratungsangebot der Krankenversicherungen fließen in den Map-Report ein. Die PKV-Unternehmen schneiden gar nicht so schlecht ab.

KÖLN. Bei vielen privaten Krankenversicherern (PKV) sind die Beiträge für Angestellte in den vergangenen 15 Jahren im Schnitt um 3,6 Prozent pro Jahr gestiegen, bei den Beamten um 2,7 Prozent.

Das geht aus dem aktuellen Map-Report "Rating Private Krankenversicherung" hervor. Der Bericht stützt sich auf die Daten von 19 PKV-Unternehmen mit einem Marktanteil von 67 Prozent nach verdienten Beiträgen.

Eine Reihe größerer Anbieter wie Axa, Bayerische Beamtenkrankenkasse, Central oder Continentale hat sich allerdings an der Erhebung nicht beteiligt.

Beitragssprung 2010

Die jährliche Beitragssteigerung summiert sich von 2000 bis 2015 zwar auf 64 Prozent bei den Angestellten und 45 Prozent bei den Beamten, angesichts der gleichzeitigen Inflationsbereinigt sind die Ausmaße aber vergleichsweise moderat.

Zum Jahresbeginn 2015 ist der Beitrag für Angestellte bei den betrachteten Unternehmen im Schnitt um 2,1 Prozent gestiegen, bei den Beamten gab es ein Plus von 1,3 Prozent.

Die Beiträge für die wichtige PKV-Kundengruppe der Ärzte und anderen Freiberufler sowie der Selbstständigen werden bislang in die Untersuchungen des Map-Reports nicht einbezogen.

Das soll sich in Zukunft nach Angaben von Chefredakteur Reinhard Klages aber ändern.

Die Zahlen zeigen, dass die Beitragsentwicklung nach einem starken Beitragssprung im Jahr 2010 in den vergangenen Jahren eher moderat war.

Angesichts der niedrigen Zinsen und der steigenden Gesundheitsausgaben ist es aber unwahrscheinlich, dass dies noch lange so bleibt.

Debeka mit bestem Ergebnis

Die Beitragsstabilität ist eines der Kernkriterien des PKV-Ratings. Auf die Entwicklung der Bestandsbeiträge entfallen 35 von möglichen 100 Punkten. Die Bilanzkennzahlen gehen mit 40 Punkten in die Bewertung ein, die Servicekennzahlen mit 25.

In die Bewertung des Services fließt auch das Gesundheitsmanagement der Versicherer ein.

Dabei zählen Faktoren wie die Programme, die von den Unternehmen für Patienten mit bestimmten Krankheiten angeboten werden, das Beratungsangebot oder die Verfügbarkeit fachärztlicher Ansprechpartner.

Beim Gesundheitsmanagement schneiden Allianz Private Krankenversicherung, Barmenia und DKV am besten ab.

Das beste Ergebnis über alle Kategorien hat die Debeka erzielt, gefolgt von der Signal und ihrer Schwestergesellschaft Deutscher Ring.

Insgesamt haben neun der 19 Versicherer das Rating "hervorragend" erhalten und ebenfalls neun ein "sehr gut". Die Inter erhält mit "gut" die schlechteste Bewertung. (iss)

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