Ärzte Zeitung, 15.06.2016

150. Jubiläum

Schwabe auf Milliarden-Kurs

Von Christoph Winnat

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Vakuumbandtrockner zur schonenden Trocknung pflanzlicher Rohstoffe bei Schwabe.

© Dr. Willmar Schwabe

Die mittelständische Schwabe-Gruppe ist 150 Jahre nach Gründung eine feste Größe im internationalen Phyto- und Homöopathika-Geschäft. Bis 2020 haben sich die Karlsruher ein ehrgeiziges Umsatzziel vorgegeben.

KARLSRUHE. Der Phytopharmakahersteller Dr. Willmar Schwabe feiert dieses Jahr 150. Bestehen. Pünktlich zum Firmenjubiläum hat die 5. Inhabergeneration das Ruder übernommen: Seit Anfang Mai fungiert Olaf Schwabe als Chief Executive Officer. Unter Vorgänger Dr. Dirk Reischig, der, wie es heißt, vereinbarungsgemäß ab Juli aus dem Unternehmen ausscheidet, sei die Schwabe-Gruppe international stark expandiert.

Der Umsatz habe sich in zwölf Jahren auf zuletzt rund 865 Millionen Euro (in 2015) mehr als verdoppelt. Bis 2020, so ist es in einer Firmenmitteilung zu lesen, habe sich die Gruppe "ein Umsatzziel von einer Milliarde Euro gesetzt". Weltweit beschäftigt Schwabe nach eigenen Angaben 3500 Mitarbeiter, davon 1400 in Deutschland.

Viele Unternehmen unter dem Schwabe-Dache

Zu den großen Firmen des Verbunds gehören die namensgebende Dr. Willmar Schwabe GmbH, die ebenfalls in Karlsruhe beheimatete Deutsche Homöopathie Union (DHU) sowie das in Lehi, im US-Bundesstaat Utah ansässige Nature‘s Way Products Incorporation, die Nahrungsergänzungsmittel im nordamerikanischen Markt vertreibt.

Ein weiterer bekannter Name im Konzern war Spitzner Arzneimittel. Die Tochter aus dem schwäbischen Ettlingen, unter deren Label OTC-Marken wie Umckaloabo® oder Pinimentol® rangierten, wurde 2013 auf die Muttergesellschaft verschmolzen. Seither kann sich Schwabe als bundesweite Nummer eins unter den Phytopharmaka-Anbietern bezeichnen.

Ursprünge in der Homöopathie

Auch wenn die DHU erst 1961 aus der Taufe gehoben wurde, liegen die Ursprünge des Schwabe-Konzerns doch in der Homöopathie. Zweck des Unternehmens, das der Apotheker Dr. Willmar Schwabe 1866 in Leipzig gründete, war die Herstellung von Urtinkturen.

Schwabe war darüber hinaus Initiator der ersten homöopathischen Poliklinik, ebenfalls in Leipzig, sowie dort auch Mitbegründer der AOK. 1872 verfasste er mit der "Pharmacopoea Homoeopathica Polyglottica" den Vorläufer des "Deutschen Homöopathischen Arzneibuchs".

Zu den hauseigenen pharmazeutischen Entwicklungen, mit denen Schwabe auch verfahrenstechnisch Maßstäbe in der Phyto-Fertigung setzte, zählen unter anderem Extrakte aus Weißdorn (Crataegutt®) und Ginkgo (Tebonin®).

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