Ärzte Zeitung, 23.08.2016

Arzneimittelmarkt

"Besondere" legen 2015 leicht zu

Im Selbstzahlermarkt der Phytos und Homöopathika spielt die ärztliche Verordnung eine Hauptrolle.

WALDEMS-ESCH. 2015 gingen in bundesdeutschen Apotheken 184 Millionen Packungen mit Arzneimitteln der sogenannten "besonderen Therapierichtungen" über den Tresen. Dafür gaben Patienten und Kassen 2,1 Milliarden Euro aus. Nach Umsatz bedeutete das einen Zuwachs gegenüber 2014 um 3,4 Prozent, nach Menge ein Plus um knapp drei Prozent. Das geht aus Zahlen des Marktforschers Insight Health hervor, die kürzlich vom Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH) veröffentlicht wurden.

Zum Vergleich: Im Apotheken-Gesamtmarkt nahm laut Insight-Analyse der Arzneimittelumsatz 2015 um 4,5 Prozent auf 49 Milliarden Euro zu, der Absatz dagegen nur um 0,6 Prozent auf 1,5 Milliarden Packungen. Zur Kategorie "Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen" zählen Phytopharmaka, Homöopathika sowie Präparate der anthroposophisch orientierten Medizin.

Nur ein verschwindend geringer Teil der "Besonderen" ist rezeptpflichtig. Daher wird der Markt durch Selbstkäufe dominiert. Die gesetzlichen Kassen gaben der Auswertung zufolge 2015 lediglich 98 Millionen Euro (-0,1 Prozent) für Phytos & Co aus. Etwas spendabler zeigten sich die privaten Kostenträger, die mit 286 Millionen Euro (+2,7 Prozent) immerhin dreimal soviel für die alternativen Mittel aufbrachten. In den Zahlen sind auch Ausgaben für rezeptfreie und daher eigentlich nicht erstattungsfähige Mittel enthalten. Etliche Kassen gewähren aber eine Teilerstattung im Rahmen ihrer Satzung. Trotz Selbstzahlermarktes spielt die ärztliche Empfehlung eine große Rolle: In der Berichtszeit war laut Insight mit 1,4 Milliarden Euro (+2,2 Prozent) mehr als die Häfte des Umsatzes der "Besonderen" durch eine ärztliche Verordnung vermittelt - beispielsweise via Grünem Rezept. Nach Absatz waren mit 130 Millionen Packungen sogar 71 Prozent der alternativen Medikation durch ärztliche Verordnung veranlasst. (cw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »