Ärzte Zeitung, 19.09.2016

MSD-Gesundheitspreis

Ehrung für wegweisende Versorgungsideen

Rekordbeteiligung beim MSD-Gesundheitspreis: Unter über 70 Ausschreibungsteilnehmern mit innovativen Versorgungsmodellen setzte sich am Ende ein Kinderschmerzzentrum aus Datteln durch.

Von Jürgen Stoschek

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Dr. Susanne Fiedler (3. von rechts, hintere Reihe), Vorsitzende der Geschäftsführung von MSD Deutschland, mit den Gewinnern des diesjährigen MSD Gesundheitspreises.

© Angelika Bardehle / MSD SHARP & DOHME GmbH

HAAR. Um innovative Versorgungsprojekte zu fördern, die zu einer nachhaltigen Verbesserung beitragen und die Anreize zur Nachahmung schaffen, schreibt das forschende Pharmaunternehmen MSD Sharp & Dohme seit Jahren einen Gesundheitspreis aus.

Dieses Jahr war die Beteiligung an der Ausschreibung besonders groß: Um den mit einer Gesamtsumme von 100.000 Euro dotierten MSD Gesundheitspreis sowie um den Sonderpreis für Projekte mit der größten Patientenorientierung fanden sich mehr als 70 Bewerber aus dem gesamten Bundesgebiet – so viele wie noch nie.

Zehn Projekte in engerer Auswahl

Mit dem MSD Gesundheitspreis, der unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe steht, sollen Versorgungskonzepte unterstützt werden, mit denen bereits praktische Erfahrungen gesammelt wurden, die finanzierbar sind und die sich durch hohe Qualität auszeichnen.

Unter den zehn Projekten, die diesjährig in die engere Auswahl gekommen waren, vergab die Jury einen ersten, jeweils zwei zweite und zwei dritte Preise sowie einen Sonderpreis.

Kinderschmerzzentrum vorn

Der erste Preis ging an das Deutsche Kinderschmerzzentrum der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln – Universität Witten/Herdecke. Das Zentrum ist weltweit eine der größten Einrichtungen zur Behandlung chronischer Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen. Das Therapiekonzept ist multimodal, interdisziplinär und sektorübergreifend.

"Wichtig ist, dass Kinder und Eltern begreifen, dass die Ursache chronischer Schmerzen keine Gewebsverletzung ist, sondern das Gehirn den Schmerz gelernt hat", erklärte Professor Boris Zernikow, Leiter des Kinderschmerzzentrums. Entscheidend sei daher eine Behandlung, die sowohl biologische, als auch psychologische und soziale Faktoren berücksichtigt.

Die beiden zweiten Preise gingen an das Institut für Allgemeinmedizin am Uniklinikum Jena und an die KV Schleswig-Holstein.

KV Schleswig-Holstein ausgezeichnet

Das Institut für Allgemeinmedizin hat eine leicht zugängliche und effektive Behandlung für Patienten mit Angst-und Panikstörungen entwickelt, die Hausärzten eine verhaltenstherapeutisch orientierte Behandlung ermöglicht, verstetigt durch ein praxisbasiertes Case Management, das sicher und kosteneffektiv durchgeführt werden kann.

Die KV Schleswig-Holstein wurde für ihr seit 2001 laufendes Projekt Qualitätsgesicherte Mammadiagnostik (QuaMaDi) ausgezeichnet. An dem Projekt sind 371 Gynäkologen, 71 Radiologen, vier klinische Referenzzentren, 16 Pathologen sowie das Institut für Krebsepidemiologie am UKSH Lübeck beteiligt.

Pro Jahr werden rund 75.000 Patientinnen diagnostiziert oder kontrolliert. Künftig soll QuaMaDi vollständig digitalisiert werden.

Sonderpreis für Patientenorientierung

Die beiden dritten Preise gingen an die AOK Nordost für ein Versorgungsprogramm für Versicherte mit Diabetischem Fußsyndrom (DFS) sowie an die Forschungsstelle für Psychotherapie am Uniklinikum Heidelberg für das Projekt "ProYouth", das sich an Jugendliche und junge Erwachsene wendet und das eine Integration diverser Maßnahmen zur Gesundheitsförderung, Prävention, Frühintervention und Behandlung von Essstörungen über eine internetbasierte Plattform ermöglicht.

Der Sonderpreis, mit dem Projekte mit ausgezeichnet werden, die durch Patientenorientierung auffallen, ging an das Medizinische Zentrum für erwachsene Menschen mit Behinderung (MZEB) der Evangelischen Stiftung Alsterdorf.

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