Ärzte Zeitung online, 06.09.2010

Arzt drohen wegen Kopftuchverbots Konsequenzen

WÄCHTERSBACH (dpa). Wegen eines umstrittenen Kopftuchverbots in seiner Praxis muss ein Arzt in Osthessen dienstrechtliche Konsequenzen fürchten. Dem Mediziner aus Wächtersbach drohe ein Disziplinarverfahren seines Berufsverbands, sagte der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KV), Matthias Roth, am Montag.

Auch die Landesärztekammer prüft, ob der Mann gegen das Berufsrecht verstößt, weil er in seiner Praxis Sonderregeln aufgehängt hat und Kopftücher ebenso wenig wie Großfamilien duldet.

Der Vorfall hatte am Rande der bundesweiten Debatte um die Integrationspolitik und muslimkritische Äußerungen des Bundesbank-Vorstands Thilo Sarrazin für Aufsehen gesorgt.

Der Arzt aus Osthessen muss sich innerhalb von zwei Wochen zu seinem Verbot äußern. Er hatte zudem von seinen Patienten Grundkenntnisse der deutschen Sprache verlangt. Ansonsten sei ein "reibungsloser Praxisablauf" nicht möglich.

Der Arzt kündigte Ende der Vorwoche an, die Aushänge in seiner Praxis so zu ändern, dass sie für muslimische Patienten "akzeptabel" seien.

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