Ärzte Zeitung, 31.01.2011

Kommentar

Mehr als nur ein Kostenfaktor

Von Hauke Gerlof

Es gibt immer noch Ärzte und auch Krankenhäuser, die Qualitätsmanagement nur als Kostenfaktor sehen. Und so lange man nur die Prozessqualität betrachtet, mag da sogar etwas dran sein.

Doch Prozessqualität ist letztlich nur Mittel zum Zweck - am Ende kommt es darauf an, dass dadurch auch die Ergebnisqualität besser wird. Jedenfalls ein Teil der niedergelassenen Ärzte und Kliniken haben begriffen, was das bedeutet: Qualität wird immer mehr zum Wettbewerbsfaktor.

Das Neurologische MVZ in Dresden ist mit seiner Entscheidung, Klinikpartner nach der in Qualitätsberichten dokumentierten Ergebnisqualität auszusuchen und dafür notfalls auch auf eine wohnortnahe Versorgung zu verzichten, sicher ein extremes Beispiel. Doch letztlich ist das nur der Anfang einer Entwicklung, die nicht aufzuhalten sein wird - weder für Kliniken noch für Praxen.

Auch Arztnetze, die mit Kassen ins Geschäft kommen wollen, müssen heute Wege finden, dass die Behandlungskosten bei ihren Patienten unter den Zuweisungen an die Kassen aus dem Gesundheitsfonds liegen. AU-Tage, Komplikationsraten, Klinikeinweisungen - wer diese Parameter jetzt nicht im Blick behält, kickt sich langfristig selbst aus dem Markt.

Lesen Sie dazu auch:
Großes MVZ sucht Klinikpartner nach Qualität aus
Ärztliche Kooperation: Vor der Partnerwahl steht die Qualitätslektüre

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