Ärzte Zeitung online, 20.03.2014

Verdachtsfall Termin gegen Geld

Disziplinarverfahren gegen Cottbuser Ärztin

POTSDAM. Die KV Brandenburg wird ein Disziplinarverfahren gegen die Cottbuser Augenärztin einleiten, die Termine gegen Entgelt vergeben haben soll.

Der KVBB-Vorstand sah es zwar nicht als bewiesen an, dass die Ärztin tatsächlich einen Termin gegen Entgelt angeboten hat. Sie habe jedoch gegen ihre vertragsärztlichen Pflichten verstoßen, indem sie GKV-Patienten infolge ausgelasteter Sprechstunden die Behandlung im Rahmen einer Privatsprechstunde angeboten habe.

Das Angebot zum Abschluss eines privaten Behandlungsvertrages gilt als unzulässige Beeinflussung des Patienten, wenn es nicht auf den Wunsch des Patienten, sondern wie in diesem Fall auf praxisorganisatorische Gründe zurückgeht. Auf einen regulären Termin hätte die Patientin, die den Fall mit ihrer Beschwerde an die Öffentlichkeit brachte, nach eigenen Angaben 18 Monate warten müssen.

Bis der Disziplinarausschuss der KVBB eine Entscheidung fällt, kann jedoch einige Zeit vergehen. Der Ausschuss tritt nur bei Bedarf zusammen. Das war zuletzt nur ein bis zweimal pro Jahr. Er kann Ärzte mit Verwarnungen, Verweisen oder Geldbußen belegen.

In den letzten zwei Jahren hat er zwei Geldbußen verhängt. Beide Male ging es um grobe Abrechnungsfehler. Der aktuelle Fall ist völlig neuartig.

Vertragsärzte, die Versicherte zur Inanspruchnahme einer privatärztlichen Versorgung anstelle der ihnen zustehenden GKV-Leistungen beeinflussen, verstoßen gegen ihre vertragsärztlichen Pflichten. Das regeln Paragraf 128 Abs. 5a SGB V und ähnlich auch Paragraf 18 Abs. 8 Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä).

Ob die Cottbuser Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnimmt, ist weiterhin offen. (ami)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »