Ärzte Zeitung online, 03.04.2014

"Weiße Liste"

Patienten mit Ärzten hochzufrieden

Die AOK Plus hat Ergebnisse des Bewertungsportals "Weiße Liste" für Sachsen und Thüringen vorgelegt. Ergebnis: Viele Ärzte stoßen bei ihren Patienten auf allergrößte Wertschätzung.

ERFURT/DRESDEN. Das große Abwatschen ist ausgeblieben: Die anfangs heftig umstrittenen Bewertungsportale für Ärzte haben eine hohe Zufriedenheit der Patienten zu Tage gefördert.

Nach einer Auswertung der AOK Plus würden 90 Prozent der Patienten in Thüringen ihren Arzt weiterempfehlen, in Sachsen sind es 86 Prozent. Beide Werte liegen laut Krankenkasse über dem Bundesdurchschnitt von 84 Prozent.

Basis der Analyse sind die Bewertungen im Vergleichsportal Weiße Liste sowie in den darauf basierenden Internetseiten von AOK, Barmer GEK und Techniker Krankenkasse. In Thüringen liegen Einschätzungen von über 24.000 Patienten vor, die bereits 73 Prozent der Haus- und Fachärzte abdecken.

In Sachsen wurden 44.000 Bewertungen für 78 Prozent der niedergelassenen Mediziner abgegeben. "Die Ergebnisse sind erfreulich", sagt Rainer Striebel, Vorstandschef der AOK Plus.

"Trotzdem zeigen sich große Unterschiede, wenn man sich im AOK-Arztnavigator die Bewertungen für die einzelnen Ärzte anschaut."

Orthopäden und Hautärzte liegen hinten

Besonders gut schneiden vor allem Allgemeinmediziner, Praktische Ärzte und Internisten ab, Orthopäden und Hautärzte erzielen dagegen die geringsten Zustimmungswerte. Abgefragt wurden unter anderem die Zufriedenheit mit dem Personal, der Kommunikation des Arztes sowie die Behandlung.

In Thüringen zeigten sich 89 Prozent mit der Behandlung zufrieden, in Sachsen waren es im Schnitt 87 Prozent. Die AOK Plus treibt das Projekt mit der Begründung voran, dass eine größere Transparenz herrsche. Das Portal können Patienten bei der Arztsuche helfen.

Auch die Mediziner selbst profitieren laut Striebel: "Sie können sich mit ihren Kollegen vergleichen und schauen, in welchen Bereichen sie vielleicht noch besser werden können."

Hausärzteverbandschef zweifelt an Aussagekraft

Auf den Vergleichsportalen werden die Profile der einzelnen Ärzte erst ab fünf abgegebenen Bewertungen freigeschaltet. Sie erfolgt anonym.

"Ich sehe diese Portale ambivalent", sagt Ulf Zitterbart, Vorsitzender des Thüringer Hausärzteverbands. Er glaube nicht daran, dass die Ergebnisse repräsentativ sind und ein stimmiges Bild von der Leistung einer Praxis zeichnen. "Ich kann es nicht belegen, aber ich denke, wer aktiv ins Internet geht, um seinen Arzt zu bewerten, wird dies eher tun, weil er unzufrieden ist."

Er selbst habe noch nicht nachgesehen, wie er bewertet wurde. "Ich merke ja, was in meiner Praxis los ist. Und meine Schwestern sagen mir schon, wenn ein Patient schimpft oder mal eine Packung Eier als Dankeschön dagelassen hat."

www.aerzte-gut-finden.de

www.aok.de/arztnavi

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