Erfolgsrezept
Ärzte Zeitung online, 17.11.2011

Stimmen Sie ab: Wer hat die innovativste Arztpraxis?

Stimmen Sie ab: Wer hat die innovativste Arztpraxis?

Viele Praxen haben sich um den Innovationspreis 2011 beworben. Der Jury ist die Auswahl nicht leicht gefallen, doch nun steht die Shortlist der Top 10 Bewerber - und Sie können abstimmen.

In der gemeinsamen Initiative wollen die Fachverlagsgruppe Springer Medizin, zu der auch die "Ärzte Zeitung" gehört, und das Biopharmaunternehmen UCB innovative Praxen fördern. Sie haben erstmals den Wettbewerb "Die innovative Arztpraxis" ausgeschrieben.

Sie kennen die Kandidaten? Dann direkt zur Abstimmung ...

 

Die digitale Praxis (1)

Dr. Buhs hat große Schritte in der Digitalisierung seiner Arztpraxis gemacht. Tablet-PC zeigen Operationen, der Kontakt mit Patienten läuft über eine eigene Praxis-App.

Die Idee: Die neuesten digitalen Techniken werden umgesetzt, um Patienten zu gewinnen und an die Praxis zu binden sowie Kommunikation mit Patienten zu verbessern und zu vereinfachen.

Die Umsetzung: Knieprothese-Operationen werden Patienten über Tablet-PC gezeigt. Weitere Filme werden noch umgesetzt. Vergabe von Terminen, Bestellung von Rezepten und Überweisungen läuft online über eine Anwendung auf der Website der Praxis. Ein großer Bildschirm und Flyer im Wartezimmer stellen das Leistungsspektrum Patienten dar. Ein eigener Newsletter wird an Patienten geschickt.

Der Erfolg: Aufklärung der Patienten und Information sind optimiert. Gut aufgeklärt können Patienten leichter Entscheidungen, etwa über eine Op treffen. Außendarstellung und Online-Kontakt stärken die Patientenbindung und generieren Aufmerksamkeit für das Leistungsspektrum. Es kommen mehr Patienten, viele davon sind bereit, IGeL-Angebote anzunehmen.

"Muss ich gewinnen? Haben wir nicht durch den Erfolg bei unseren Patienten genug gewonnen? Ich finde es toll, wenn Fachleute schauen, ob das ok ist, oder was wir noch alles machen können."

Matthias Buhs
Orthopädie
25451 Quickborn
http://www.covz.de/praxis.html

 

Ärztepool Brühl

Dr. Gilberg ist Teil einer Gruppe von Ärzten, die mit einer gemeinsamen Patientenakte arbeiten und die Erbringung von IGeL-Medizin optimiert haben.

Die Idee: 60 beteiligte niedergelassene Ärzte haben Ihre Patientenakte zusammengeführt, um Behandlungstermine in jeder Praxis anbieten zu können. Zudem konnte das Netzwerk Kooperationsverträge mit Krankenhäusern und Pflegediensten abschließen.

Die Umsetzung: Ein PersonalPool für das ÄrzteNetz wurde kreiert. Optimierte Versicherungsverträge wurden über eine Gruppenversicherung abgeschlossen. Investitionen, Amortisation und Auslastung werden innerhalb der Gemeinschaft abgesprochen, um Kassenpatienten eine optimierte Medizin zu erschwinglichen Preisen anzubieten.

Der Erfolg: Die Idee ist seit zwei Jahren Realität. Der Verbund schafft es, mit Hilfe der praxisübergreifenden Patientenakte schnell Termine bei Kollegen zu vereinbaren. Aus jeder Praxis können Termine in jede Praxis gebucht werden. Vereinbarung von flächendeckenden Kooperationsverträgen ist gelungen.

"Unser Projekt ist keine Idee mehr sondern funktioniert seit 2 Jahren und hat in der Region flächendeckende Kooperationsverträge etabliert."

Robert Gilberg
Allgemeinmedizin
50321 Brühl
http://www.derhausarzt.de/

 

Arbeitshilfen in der Allgemeinmedizin

Dr. Harksen hat mit der Nutzung von Standardanwendungen ein eigenes Tool für die Effizienz und den Informationsbedarf in seiner Praxis entwickelt.

Die Idee: Die MS-Word-basierte- Eigenanwendung "Arbeitshilfe in der Allgemeinmedizin" (AIDA) besteht aus drei Kernelemente: Erstens, Fachinformation für bessere Behandlung, beispielsweise Leitlinien zu einem Thema sofort aufrufbar. Zweitens, eine Taskliste für die Sprechstunde, wie der Impfplan oder eine Patientenbroschüre. Drittens, interne Information für Praxismanagement, von der Bestellung von Druckerpatronen hin bis zu einem Infozettel für die Hausbesuchstour.

Die Umsetzung: AIDA setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Auf dem Praxisserver befinden sich Dateien, die Informationen zu Diagnostik, Therapie, Patienteninformation, Praxislogistik, Formularwesen enthalten. Die zweite Komponente besteht in einer auf dem Desktop abgelegten AIDA Worddatei. Diese wird zu Beginn der Sprechstunde geöffnet und auf der Taskleiste abgelegt.

Der Erfolg: AIDA hat gleich mehrere Vorteile: Es gibt kein "Geheimwissen" in der Praxis. Alle Informationen sind schnell von allen und an jedem PC-Arbeitsplatz verfügbar. Diagnostik, Therapie und abgegebene Patienteninformationen sind strukturiert und schematisiert. Die Patientencompliance wird verbessert, indem Information in Schriftform mitgegeben wird. Sogar als akademische Lehrpraxis der Universität Kiel erhalten die Famulanten und Studenten mit AIDA ein einzigartiges Werkzeug, um in die Patientenconsulation "einsteigen" zu können.

"Wir sind überzeugt, dass sich "AIDA" für den Innovationspreis 2011 qualifiziert, weil mit den bekannten Mitteln der Textverarbeitung ein sehr effizientes Werkzeug vorliegt, das die Praxisabläufe erleichtert und strukturiert und vor allem die Qualität der Patientenversorgung verbessert."

Stefan Harksen
Allgemeinmedizin
24402 Brunsholm
http://www.gmp-brunsholm.de/

 

Fernbedienung für das Pflegeheim

Dr. Landgraf hat das von ihr betreute Pflegeheim vernetzt: Sie kann jederzeit, auch von zu Hause aus auf Daten von Patienten im Pflegeheim zugreifen.

Die Idee: Durch bessere Kommunikation mit dem betreuten Pflegeheim lässt sich die Betreuung optimieren. Dabei werden moderne Kommunikationsmittel genutzt. Das Heim, die Patienten und die Pflegekräfte sind online mit der Praxis vernetzt.

Die Umsetzung: Das von Dr Landgraf betreute Pflegeheim ist über eine Software "vernetzt". Die Pflegekräfte tragen alle Pflegemaßnahmen und Beobachtungen am PC ein. Zu der Software hat auch Dr. Landgraf Zugang, von zu Hause aus und von der Hausarztpraxis aus.

Der Erfolg: Die Ärztin hat jederzeit den Überblick über alle Probleme und gesundheitlichen Störungen der 100 Pflegeheimbewohner. Patienten können behandelt werden, ohne dass die Hausärztin kommen muss. So entstehen weniger Notfälle, die Kosten sinken, es gibt weniger Klinikeinweisungen.

"Hausbesuche im Pflegeheim sind relativ schlecht bezahlt, zeitaufwendig und bei einer vollen Praxis auch oft nicht zeitnah genug durchführbar. Darunter leidet die frühzeitige Behandlung schwer kranker Pflegeheimbewohner. Hier ist das vernetzte Arbeiten eine extrem gute Alternative."

Irmgard Landgraf
Allgemeinmedizin
12163 Berlin

 

Multimediasprechstunde

Dr. Mortag nutzt die neuen Technologien um Patienten in seiner Praxis mit Experten aus verschiedenen Fachbereichen zusammenzubringen.

Die Idee: Experte aus unterschiedlichen fachlichen Bereichen, wie Homöopathie und Schulmedizin, die in der Region nur begrenzt verfügbar sind, werden zusammengebracht, um Patienten eine ganzheitliche und umfassende Beratung zu geben.

Die Umsetzung: Über die Videokonferenzmöglichkeiten von IP-Telefonie-Anbietern wie Skype können mehrere Experte aus unterschiedlichen Orten zum gleichen Zeitpunkt per Videokonferenz Patienten beraten und behandeln.

Der Erfolg: Ein größeres Spektrum an Versorgungsmöglichkeiten wird Patienten angeboten, die zudem von Expertenmeinungen und kurzen Behandlungswegen profitieren. Gebiete mit geringer Arztdichte können besser versorgt und Erfahrungsaustausch mit Kollegen führt zu einer Erweiterung des Behandlungsspektrums. Effizientes Angebot von IgeL.

"Alle Teilnehmer an diesem Modell gewinnen. Der Patient kommt in den Genuss einer Expertenmeinung, die Kollegen erweitern durch den Erfahrungsaustausch ihr Wissen, und die Praxis gewinnt an Renommee und dadurch auch an Patienten. Das steigert auch die eigene Wirtschaftlichkeit."

Reiko Mortag
Orthopädie
15236 Frankfurt(O)
http://www.ot-mortag.de/Praxis/Willkommen.html

 

Reduktion Multimedikation

Dr. Pfaff hat ein Case-Management-Verfahren entwickelt - für alle Patienten, die mehr als neun Medikamente nehmen.

Die Idee: Alle Versorger im arbeitsteiligen Gesundheitswesen werden systematisch in die Arzneimittelversorgung eines Patienten einbezogen. Die Initiative hierzu wird vom behandelnden Hausarzt ergriffen. Das bewährte Konzept des Case-Management wird für spezielle Probleme in der ärztlichen Patientenversorgung angewendet.

Die Umsetzung: Die Arzneitherapie wird wegen reduzierter Wechselwirkungen wieder kalkulierbar, der Patient fühlt sich besser und gesünder. Tatsächlich unnötige oder unsinnige Therapien werden beim Verfahren aufgedeckt und abgestellt und somit verbessert.

Der Erfolg: Das Verfahren bringt eine unmittelbare Einsparung und Entlastung des Arzneimittelbudgets. Ferner wird die Angriffsfläche bei Regressen geringer, das Haftungsrisiko sinkt. Gleichzeitig steigt die Kapazität für den Einsatz innovativer Arzneimittel. Für Patienten steigt häufig die Lebensqualität.

"Diese Idee ist innovativ und verbessert zentrale Problemfelder der medizinischen Versorgung in ihrer Qualität und Wirtschaftlichkeit. Den Innovationspreis zu gewinnen würde die Aufmerksamkeit für Case-Management erhöhen."

Marko Pfaff
Allgemeinmedizin
93158 Teublitz
http://www.praxis-pfaff-haas.de/

 

Papierlose Arztpraxis

Dr. Prister hat mehrere Tools und Prozesse entwickelt, damit Papierkram und Akten in der Arztpraxis entfallen.

Die Idee: Mit konsequenter interner und externer Umstellung von Papierakte (Hängemappe) auf digitale Patientenakte kann die Arztpraxis vom Umgang mit Papier - Formulare, Karteikarte, Befunde, Briefezettel verschiedener Art - befreit werden. Dabei gewinnen Arzt und Personal plötzlich viel Zeit.

Die Umsetzung: In einer papierlosen Arztpraxis ist die gesamte Dokumentation, inklusive Labor- und Fremdbefunden, im Rechner gespeichert. Alle Daten können von allen berechtigten Personen eingesehen, bearbeitet oder weiterverarbeitet werden. Zudem sind Prozesse wie die Formular-Erstellung und der Abruf von Laborbefunden auch automatisiert (Makros!).

Der Erfolg: Das Ziel der papierlosen Praxis ist, Zeit zu gewinnen. Einen Teil davon bekommen die Patienten. Dabei können Wochen- und Jahresarbeitszeit verkürzt werden und der Personalbedarf wird vermindert. Zudem werden auch andere Kosten - und nicht nur das Papier - reduziert und vermieden.

"Mit konsequentem Vorgehen kann die Versorgung verbessert und den Ärztemangel auf dem Lande neutralisiert werden."

Zlatko Prister
Allgemeinmedizin
60313 Frankfurt
http://www.prister.de/

 

Terminpool

Dr. Schlüter bietet Ihren Patienten eine virtuelle Rezeption. Überweisende Ärzte buchen direkt Termine bei einem großen Netzwerk von 250 Kollegen.

Die Idee: Terminpool ist ein spezielles Programm des Ärztenetzes Hamburg. Der überweisende Arzt kann direkt einen Termin mit den freien Zeiten des Facharztkollegen abstimmen. Der Terminpool wirkt wie eine virtuelle Rezeption und war bei niedergelassenen Ärzten in so einem großen Verbund bisher nicht möglich.

Der Erfolg: Patienten gewinnen, denn sie können zeitnah, wohnortnah und im Bedarfsfall sogar als Case-Management behandelt werden. Die Ärzte im Netz profitieren von den zeitsparenden Abläufe, der Zufriedenheit der Patienten sowie eine Qualitätsverbesserung in der Behandlung.

"Die Idee ist besonders gut für Patienten, die aufgrund Ihrer Erkrankung eine zeitnahe Behandlung bei Ärzten verschiedener Fachrichtung benötigen."

Christamaria Schlüter
Allgemeinmedizin
22529 Hamburg
http://www.aerztenetz-hamburg-nordwest.de/html/schlueter.html

 

Virtuelle Rezeption

Dr. Vogel hat ihren Praxis-Kalender auch ihren Patientinnen freigegeben. Bei der Auswahl von Termine werden sie über die Verfügbarkeit der Leistungen informiert.

Die Idee: Patientinnen haben über einen Online-Tool Zugriff auf den aktuellen Praxisplaner und können jederzeit selbstbestimmt ihren Arztbesuch planen. Dadurch können auch kurzfristig geöffnete oder abgesagte Termine gebucht werden. Telefonate mit der Praxis entfallen für diese Patienten, somit erhöht sich die Erreichbarkeit für andere Patientinnen.

Die Umsetzung: Das Softwaretool greift direkt auf den Praxisplaner zu. Das Tool sucht aus dem aktuellen Terminplaner nach freien Terminen für die gewünschte Leistung und bestätigt automatisch per E-Mail die Vereinbarung des Termins.

Der Erfolg: Patientinnen haben schneller und direkter Zugriff auf mögliche Termine zu jeder Zeit, unabhängig von der Öffnungszeiten der Praxis und Erreichbarkeit der Mitarbeitern. Das kurzfristige Schließen von freien Zeitfenstern, die häufig durch kurzfristige Absagen entstehen, wird ermöglicht. Dabei wird das Personal an der Anmeldung entlastet und die Zufriedenheit der Patientinnen erhöht.

"Wir sind ein junges Praxisteam. Sind ständig auf der Suche nach Neuerungen, die den Ablauf in der Praxis verbessern und damit dem Wohle der Patientinnen zu gute kommen."

Dr. Katja Vogel
Gynäkologie
70794 Filderstadt
http://www.vogel-praxis.de/

 

Die digitale Praxis (2)

Als er feststellte, dass die Akten für die Hausbesuche nicht mehr in den Koffer passen, hat Dr. Weller dringend nach einer Lösung gesucht.

Die Idee: Sämtliche Papiere für die Hausbesuche hat Dr. Weller mit Nutzung eines iPads sowie eines Laptops mit VPN-Zugang ersetzt. Zudem hat er ein zusätzliches Problem gelöst: Ein zusätzlicher Briefkasten, mit Fax und E-Mail, für Wiederholungsrezepte und wiederkehrende Überweisungen hat das ständige Klingeln des Telefons in seiner Praxis deutlich reduziert.

Der klassische Briefkasten für Wiederholungsbestellungen ist so angebracht, dass sich die Patienten nicht an die Praxisöffnungszeiten halten müssen. Neben dem Briefkasten liegen ständig neue Bestellformulare bereit. Bestellung per Fax und per E-Mail ist nicht nur möglich, sondern wird auch häufig von Patienten aller Altersgruppen genutzt.

Der Erfolg: Die Praxis ist selbst von der neuen Flexibilität beeindruckt, da auch für unangemeldete Hausbesuche, die von unterwegs aus gefahren werden, die wichtigsten Patientendaten zur Verfügung stehen und auch bestimmte Aufgaben, wie z.B. die Auswertung von LZ-EKG, nun von zu Hause aus möglich sind. Das bedeutet auch Flexibilität im Tagesablauf.

"Wir legten unser Problem auf Eis und hofften auf den Fortschritt in der Technik. Und dieser kam für uns Anfang dieses Jahres."

Dr. Karsten Weller
Allgemeinmedizin
01587 Riesa
http://www.dr-weller-decker.de/

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