Ärzte Zeitung, 28.10.2011

Apps im Gesundheitswesen

Reisemedizin-App hilft auch Ärzten

Reisemedizin-App erhöht Spaß am IGeL-Gespräch

Mit der App "Fit for Travel" können Praxen ihre reisemedizinische Beratung aufpeppen. Aber: Die Infos, die sie nutzen, sollten sie vorher prüfen.

NEU-ISENBURG (reh). Eine App die beim IGeLn hilft? Die App "Fit for Travel" macht dies durchaus möglich. Denn das Programm für iPhone, iPod touch und iPad klärt rund um das Thema Reisemedizin auf.

Reisemedizin-App erhöht Spaß am IGeL-Gespräch

Der Tipp für Patienten: Über die App können sie sich kurz vor der Reise noch einmal über aktuelle Gesundheitsrisiken informieren.

© Ärzte Zeitung

Zwar ist die App eher für Patienten gestaltet, doch sie lässt sich trotzdem fürs Patientengespräch in der Praxis nutzen.

Im Startmenü zeigt die App aktuelle News rund um das Thema Reisemedizin, etwa dass in Sambia in den letzten Wochen vermehrt Tollwutfälle gemeldet wurden.

Tropenärztin füllt die Inhalte

Bei jedem Starten der App werden die Inhalte auch erst einmal aktualisiert - sofern eine Internet- oder Mobilfunkverbindung besteht.

In welchen zeitlichen Abständen neue Nachrichten verfasst werden, ist allerdings nicht bekannt. Interessant für Praxisteams ist, dass die App redaktionell von einer Ärztin für Tropenmedizin, nämlich Dr. Susanne Pechel, betreut und verantwortet wird.

Die wirklich spannenden Features finden Nutzer im Menü in der unteren Leiste des Start-Bildschirms.

Manche Infos wiederholen sich

Unter "Reiseziel" versteckt sich eine Weltkarte, in der man das gewünschte Reiseziel auswählen kann, erst nach Kontinent, dann nach dem jeweiligen Land.

Reisemedizin-App erhöht Spaß am IGeL-Gespräch

Mit einem Klick auf das jeweilige Land öffnet sich eine Infoseite, die sich wunderbar für Patientengespräche nutzen lässt.

Hier gibt es "Hinweise" - etwa aktuelle Krankheitswarnungen -, "Impfempfehlungen", in denen Krankheiten, möglicher Impfschutz und Hinweise, wer sich impfen lassen sollte, gelistet werden, sowie den Punkt "Gesundheitsrisiken", wo noch einmal auf spezielle Risiken hingewiesen wird.

Infos zur Botschaft

Allerdings wiederholen sich die Infos - gerade bei den Hinweisen und Gesundheitsrisiken schon einmal. Und bei manchen Ländern fehlt der Menüpunkt "Hinweise" komplett; etwa, wenn man auf Luxemburg klickt.

Wer sich auf der App-Seite eines speziellen Landes befindet, kann mit einem Finger-Tipp auf das Herzsymbol (oben rechts) das Land als Favorit kennzeichnen.

Dadurch wird ein Direktlink auf die Startseite der App gesetzt. Mit einem Finger-Tipp auf das "i" in der oberen Menüleiste erscheinen zusätzliche Infos zu dem Land, wie eine Klimatabelle und die Anschrift samt Telefonnummer und Öffnungszeiten der deutschen Botschaft.

Infos auch zu exotischen Reisezielen

Etwas verwirrend ist, dass - hat man auf ein Land in der Weltkarte getippt - in der Unterseite, die sich öffnet, nirgends noch einmal steht, um welches Land es sich handelt.

Fit for Travel

Preis: Kostenlos

Speicherplatz: 7,8 MB

Sprache: Deutsch, Englisch

Anforderung: iOS 3.1.3 oder neuer

Zum Download: iTunes-Store

Über 300 Länder sollen laut der Münchener Betreiberfirma, der interMedis GmbH, in der App beschrieben sein. Zumindest sind auch exotischere Ziele wie die Salomon Inseln enthalten.

Entwickelt wurde die App laut der Nutzungsbedingungen allerdings vom Arzneimittel-Hersteller GlaxoSmithKline (GSK).

Arztsuche nutzt GPS und Karten

Über die "Ärztesuche" können Nutzer Spezialisten für Reise- und Tropenmedizin ausfindig machen und sich deren Standort direkt in Google-Maps anzeigen lassen.

Tippt man den Kompass oben rechts im Menü an, kann der aktuelle Standort des Nutzers auch über GPS - sofern dieses eingeschaltet ist - ermittelt werden, und es wird ein Arzt in der Nähe gesucht.

Der Menüpunkt "Checkliste" führt zu verschiedenen Checklisten vor, während und nach der Reise. Dieser Menüpunkt enttäuscht jedoch, weil die Infos sehr allgemein gehalten sind.

Malaria sticht heraus

Hier wird zum Beispiel erläutert was bei "Reiseübelkeit" zu tun ist. Der Nutzer hat aber zumindest die Möglichkeit, über das "+"-Symbol eigene Checklisten zu erstellen.

Auch der Menüpunkt "Tipps" beinhaltet eher allgemein bekanntes Wissen. Recht gut erklärt wird hier das Thema Malaria und vor allem die Malaria-Prophylaxe - und zwar so, dass es der Laie versteht. Zudem können sich Nutzer hier eine Impferinnerung einrichten.

Die App ist übrigens zweisprachig: Neben Deutsch können Nutzer unter "Einstellungen" (auf dem Startbildschirm) auch Englisch wählen.

Einen kleinen Mangel weist die App für ungeübte Nutzer auf: Der Infobalken, der erklärt, was man mit dem jeweiligen Untermenü so alles machen kann, blinkt viel zu kurz auf, als dass man ihn so schnell lesen könnte.

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