Ärzte Zeitung online, 02.01.2015

Verbraucherzentralen

Warnung vor sorglosem Umgang mit Gesundheitsdaten

BERLIN. Die Verbraucherzentralen warnen vor einem sorglosen Umgang mit persönlichen Daten bei digitalen Gesundheitsangeboten.

Solche neuartigen Modelle, die beispielsweise der Versicherer Generali bei gesundem Lebenswandel geringere Tarife in Aussicht stellt, seien eine Abkehr von der solidarischen Versicherung, sagte der Chef des Verbraucherzentralen-Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Rundum-Überwachung befürchtet

Etwa bei Gesundheits-Apps könne es für Kunden zudem bedeuten, dass plötzlich die Versicherung "rund um die Uhr auf meiner Schulter" sitze.

Eine solche Rundum-Überwachung "mag vermeintlich attraktiv wie ein Wurm an der Angel daherkommen, wenn ich jung, gesund, fit und fidel bin".

Aber man wisse leider auch aus anderen Versicherungstarifen, dass dies selten bis zum Ende des Lebens so sei. "Und insofern können wir nur eindeutig davor warnen", sagte Müller.

In der Branche gibt es Überlegungen, etwa die Fitnessdaten von Versicherten zu sammeln und einen gesunden Lebensstil zu belohnen.

Müller: Jüngere verändern Umgang mit Daten

Der Branchenverband GDV hatte unlängst betont, dass der Datenschutz insbesondere bei der Verarbeitung von Gesundheitsdaten höchste Priorität habe. Grundsätzlich könnten solche Modelle den Versicherungsschutz für Menschen attraktiver machen.

Generell sei gerade bei den Jüngeren eine Veränderung beim Umgang mit Daten festzustellen, sagte Verbraucherschützer Müller. "Wir beobachten vielleicht noch keine Trendwende, aber wir beobachten gerade bei jüngeren Menschen, dass sie die vermeintlich kostenlosen sozialen Netzwerke wie Facebook nicht mehr so stark frequentieren wie in der Vergangenheit."

Es gebe ein Unwohlsein, "was womöglich jemand anderes mit meinen Bildern, mit meinen Dateneinträgen in 5, in 10, in 20 Jahren bewerkstelligt". (dpa)

Topics
Schlagworte
Gesundheits-Apps (395)
Organisationen
Generali (74)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »