Erfolgsrezept
Ärzte Zeitung, 25.11.2012

Vernetzte Großpraxis

Innovationspreis für Hausarztzentrum

"Die innovative Arztpraxis 2012" ist ein Hausarztzentrum in Nordhessen. Ausgezeichnet wurden die Ärzte für den Aufbau einer sektorübergreifenden Versorgung auf dem Land.

Von Hauke Gerlof

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Gewinner des Innovationspreises beim Bundeskongress Privatmedizin (von links): Dr. Herbert Baake, Daniel Helmbrecht, Dr. Nicole Baake-Möller, Steffen Fritzsche (UCB), die Gewinnerin des Mutmacher-Preises Dr. Christamaria Schlüter, und Hauke Gerlof von Springer Medizin.

© Thomas Sawer

KÖLN. Niedergelassene Ärzte sind aktiv und mit eigenen Ideen dabei, wenn es darum geht, die Versorgung ihrer Patienten zu verbessern. Das hat auch in diesem Jahr der zum zweiten Mal ausgeschriebene Wettbewerb "Die innovative Arztpraxis" gezeigt.

Gestiftet wird der Innovationspreis von der Verlagsgruppe Springer Medizin, zu der auch die "Ärzte Zeitung" gehört, und vom Biopharmaunternehmen UCB.

Fast 30 Ärzte haben sich in diesem Jahr um den Preis beworben - mit Ideen zur Verbesserung der Praxisorganisation, mit neuen Konzepten zur Aufklärung, mit innovativen Angeboten an Selbstzahler und aus vielen anderen Bereichen.

"Wir wollen mit dem Innovationspreis eine Plattform schaffen, die dank ihres Leuchtturmcharakters zu höherer Effizienz und Wirtschaftlichkeit im Praxismanagement führt und damit letztlich der medizinischen Versorgung der Patienten zugute kommt", sagte Steffen Fritzsche, Leiter Unternehmenskommunikation von UCB, am Samstag während der Preisverleihung beim 4. Bundeskongress Privatmedizin in Köln.

Träger des ersten Preises sind in diesem Jahr die Allgemeinmediziner Dr. Dr. Herbert Baake, Dr. Nicole Baake-Möller, Dr. Jan Purr und Dr. Robert Tanu vom Gesundheitszentrum Gelstertal in Großalmerode zwischen Göttingen und Kassel.

Eine App für den Praxisbedarf

Sie haben viele Hebel in Bewegung gesetzt, um die Versorgung auf dem Land zu verbessern: eine überörtliche Gemeinschaftspraxis gegründet und mit anderen Leistungserbringern vor Ort vernetzt - zum Beispiel mit dem ambulanten Pflegedienst und der Einbindung der digitalen Pflegeakte.

Auch an das Klinikum Werra-Meissner hat sich die Großpraxis mit ihrer EDV angedockt - das verbessert den Informationsaustausch und ermöglicht auch den Austausch mit Kollegen, etwa über die Medikamentengabe.

"Nur solche Modelle, wie wir sie initiiert haben und auch leben, werden im ländlichen Bereich Erfolg haben", so Dr. Herbert Baake.

Den zweiten Preis gewann Allgemeinarzt Dr. Ralph Jäger aus Aichhalden bei Rottweil, der sein Praxisverwaltungssystem in ein Rechenzentrum ausgelagert hat und so bessere Möglichkeiten einer Vernetzung mit Kollegen hat und außerdem auf diese Weise Probleme mit der IT an Experten delegiert.

Für die Entwicklung einer App auf dem iPhone zur Verwaltung des Praxisbedarfs ihrer Hausarztpraxis erhielten Dr. Bianca und Dr. Johann Helmbrecht aus Miltach im Bayerischen Wald den dritten Preis. Die App ist von Daniel Helmbrecht Sohn des Arztehepaares, entworfen worden.

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