Ärzte Zeitung, 09.12.2009

Der Standpunkt

PKV sägt am eigenen Ast

Von Ilse Schlingensiepen

Für die privaten Krankenversicherer ist klar: Ärzte haben keinen Grund, sich über Beitragserhöhungen zu beschweren, denn sie tragen selbst dazu bei, dass die Unternehmen regelmäßig mehr Geld von ihren Kunden verlangen müssen.

"Es kann nicht dauerhaft so weitergehen, dass wir in der ambulanten Versorgung mehr als das Doppelte bezahlen müssen als die gesetzlichen Kassen", hat DKV-Chef Günter Dibbern jüngst die Marschrichtung bei der GOÄ-Reform skizziert.

Mit dieser Argumentation befinden sich die Versicherer auf einem gefährlichen Weg. Bei ihrer Werbung um neue Kunden werden sie nicht müde, auf die bessere Versorgung in der PKV hinzuweisen.

Gleichzeitig rufen sie aber nach den Kostensenkungsinstrumenten der GKV und vergleichbaren Arzthonoraren. Das wird sich über kurz oder lang in der Versorgung niederschlagen. Fraglich ist, ob die Kunden dann in der PKV noch die gepriesene Alternative erkennen können.

Ilse Schlingensiepen ist Wirtschaftsjournalistin in Köln.

Lesen Sie dazu auch:
Krankenversicherung für Ärzte wird teurer

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »