Ärzte Zeitung, 09.06.2010

Die Treue zu einem Versicherer zahlt sich aus

Wollen Versicherte die Kosten für ihre Versicherungen herunter fahren, müssen sie nicht unbedingt gleich Verträge kündigen. Es gibt einige Möglichkeiten, mit denen auch Ärzte Beiträge sparen können.

Von Anne-Christin Gröger

Die Treue zu einem Versicherer zahlt sich aus

KFZ-Police, Hausratversicherung und Bausparvertrag bei einer Versicherungsgesellschaft - das bringt Nachlässe bis zu 20 Prozent.

© Yakobchuk / fotolia.com

KÖLN. Viele Gesellschaften gewähren Rabatte, wenn Kunden bei ihnen mehrere Verträge abschließen. Haben Ärzte bei einem Unternehmen viele Policen, sind die Versicherer auch bei einem Schaden kulanter. Bei der Hamburg Mannheimer zum Beispiel bekommen Kunden einen Nachlass von zehn Prozent, wenn sie aus einer begrenzten Auswahl von Angeboten mindestens drei Policen abschließen. HDI-Gerling gewährt bis zu 20 Prozent Rabatt, wenn ein Kunde in mindestens vier Sparten einen Vertrag kauft. Und die HUK-Coburg räumt fünf Prozent Nachlass auf die Kfz-Police ein, wenn der Versicherte sich für mindestens zwei weitere Angebote entscheidet, beispielsweise für einen Bausparvertrag oder eine private Hausratversicherung. Diese Verträge muss der Arzt nicht selbst kaufen. "Die weiteren Policen können auch der Ehe- oder Lebenspartner des Versicherten abschließen", sagt ein Sprecher der HUK-Coburg.

Solche Vorteile dürfen aber beim Abschluss nicht die ausschlaggebenden Kriterien sein, warnt Hajo Köster vom Bund der Versicherten. "Die Wahl des Anbieters sollten Kunden niemals nur aufgrund der gewährten Vergünstigungen treffen", sagt er. Viel wichtiger sei es, darauf zu achten, dass der Versicherungsschutz ausreichend ist. "Sonst zahlt man im Schadensfall die gesparten zehn Euro auf jeden Fall wieder drauf."

Viele Versicherer gewähren auch Preisnachlässe, wenn Kunden mit der Prämie in Vorkasse treten und sie jährlich statt monatlich oder halbjährlich überweisen. Das lohnt sich, so Köster. Denn bei Ratenzahlungen verlangen die meisten Anbieter Zuschläge von bis zu sechs Prozent. "Das ist ziemlich teuer für die Verbraucher und kann zu einem effektiven Jahreszins von bis zu 12 Prozent führen", sagt er. Besser sei es, die Prämie auf einen Schlag zu bezahlen, um die Aufschläge zu vermeiden. Wer den Vertrag unterjährig kündigt, bekommt sein zu viel gezahltes Geld zurück.Das war vor der Reform des Versicherungsvertragsgesetzes von 2008 anders. Früher galt das Prinzip der Unteilbarkeit der Prämie, für ein Jahr bezahlte Beiträge waren nach einer Kündigung weg.

Viel Geld sparen können Ärzte, wenn sie im Ernstfall einen Teil der entstandenen Kosten selbst tragen. Das ist vor allem in der Kfz-Versicherung sinnvoll. Im Schadensfall übernimmt der Kunde einen vor Vertragsabschluss festgelegten Betrag für die Reparatur des Wagens selber und muss dafür weniger Prämie bezahlen. Der Bund der Versicherten rät zu einem Selbstbehalt von 150 Euro in der Teilkasko und 300 Euro oder 500 Euro in der Vollkaskoversicherung.

In anderen Sparten sind Selbstbehalte eher nicht ratsam, etwa bei der Reiserücktrittversicherung. Die Tarife ohne Eigenbeteiligung sind zwar etwas teurer als diejenigen, bei denen der Versicherte einen Teil der Kosten selbst trägt. Sie lohnen sich trotzdem. Denn der Urlauber muss im schlimmsten Fall für 20 Prozent des Reisepreises selbst aufkommen - das sind bei einer Reise im Wert von 3000 Euro immerhin 600 Euro.

Die meisten Vergünstigungen bietet die Branche bei Kfz-Policen an. Es gibt zum Beispiel Rabatte für Zweitwagen. "Nachlässe erhält auch, wer wenig fährt und sein Auto in der Garage statt auf dem Bürgersteig parkt", sagt Kerstin Schneider von der Ergo. Für schadstoffarme Autos bietet der Versicherer ebenfalls Rabatte an. Auch wer eine begrenzte Personengruppe mitversichert, muss weniger zahlen, etwa wenn alle Fahrer über 25 Jahre sind. "Daran sollte sich der Fahrzeughalter dann auch halbwegs halten", sagt Köster. "Sonst kann der Versicherer den Deckungsschutz einschränken."

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