Ärzte Zeitung, 17.05.2011

Die Meinung

Die PKV argumentiert mal so, mal so

Von Ilse Schlingensiepen

Die PKV argumentiert mal so, mal so

Die privaten Krankenversicherer (PKV) bewegen sich auf einem schmalen Grat. Vertreter einer Branche, die sonst die Staatsnähe fürchtet wie kaum etwas anderes, rufen nach staatlicher Unterstützung.

Sie fordern Hilfe bei Problemen ein, die der PKV massiven Schaden zufügen können, die sie aber selbst nicht in den Griff bekommen.

Dabei geht es um überzogene Provisionszahlungen, um verkaufsgetriebene Umdeckungen von Versicherten zu immer neuen Anbietern und um Billigangebote, die den Namen PKV nicht verdienen. All das sind Auswüchse des Wettbewerbs, für die letztendlich immer der Kunde die Zeche zahlt.

Der Ruf nach Hilfe zeigt, dass die PKV-Vertreter manchem Mitglied der eigenen Branche nicht trauen.

Im gleichen Atemzug fordern sie aber vom Staat weitere Befugnisse für die PKV wie die komplette Übernahme der von der Bundesregierung angedachten Pflege-Zusatzversicherung.

 Jetzt soll der Staat also wieder Vertrauen in eine Branche haben, die es vorher selbst erschüttert hat. Die PKV steckt in einem Argumentations-Dilemma.

Ilse Schlingensiepen ist Wirtschaftsjournalistin in Köln.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »