Ärzte Zeitung, 18.08.2014

Kommentar zur PKV

Richtiger Feldzug

Von IlseSchlingensiepen

Mehr als 69 Euro pro Monat muss eine gute Krankenversicherung für Freiberufler nicht mehr kosten." Solche und ähnliche Werbung kennt wohl jeder aus Mails oder dem Internet.

Als Verbraucher kann man falsche Versprechungen ignorieren. Die privaten Krankenversicherer können das nicht. Denn die Werbung mit angeblichen Schnäppchen in der Vollversicherung ist für sie in doppelter Hinsicht schlecht.

Zum einen stecken hinter der Werbung unseriöse Anbieter, die zu Lasten der Kunden Geschäfte machen wollen. Das kann negativ auf die PKV abfärben.

Zum anderen suggerieren solche Angebote, dass ein umfassender Krankenversicherungsschutz für weniger als 100 Euro im Monat zu haben wäre.

Das steht im Widerspruch zum Leistungsanspruch der PKV und schadet damit ihrem Image. Der Ausflug mancher Anbieter ins Billigsegment hat der Branche in der Vergangenheit zu Recht Kritik eingebracht.

Es hat die Verantwortlichen im PKV-Verband viel Mühe gekostet, den dadurch entstandenen Schaden zu begrenzen. Da ist es höchst unwillkommen, wenn Lockvogelangebote das Erreichte wieder in Frage stellen.

Dass die PKV gegen solche Werbung vorgeht, ist richtig. Nicht nur in ihrem Sinne, sondern auch im Sinne der Verbraucher - und der Ärzte.

Lesen Sie dazu auch:
PKV: Kampf gegen unseriöse Tarif-Werbung

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »