Ärzte Zeitung, 20.11.2015

PKV

Ausgaben steigen schneller als die Einnahmen

Die Ausgaben der PKV stiegen 2014 um 1,78 Prozent - die Einnahmen nur um 0,76 Prozent, wie der PKV-Zahlenbericht zeigt. Zuwachs verzeichnete die PKV vor allem im Notlagentarif.

Von Anne-Christin Gröger

KÖLN. Die Ausgaben für Leistungen in der privaten Krankenversicherung (PKV) sind im vergangenen Jahr schneller gestiegen als die Prämieneinnahmen. Das geht aus dem aktuellen Zahlenbericht des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV) für das Jahr 2014 hervor.

Die Versicherungsleistungen inklusive der Schadenregulierungsaufwendungen stiegen im vergangenen Jahr um 1,78 Prozent an und lagen bei circa 24,8 Milliarden Euro. Die Beitragseinnahmen wuchsen dagegen nur um 0,76 Prozent und betrugen etwa 36,3 Milliarden. Euro in der Kranken- und Pflegeversicherung.

Bei den Aufwendungen fiel mit 10,7 Milliarden Euro der größte Anteil auf ambulante Leistungen wie Arzt- oder Heilpraktikerbehandlungen, Arznei- und Verbandmittel sowie Heil- und Hilfsmittel.

Im stationären Bereich sind die Ausgaben mit rund 7,1 Milliarden Euro um 1,2 Prozent gestiegen. Den geringeren Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (4,43 Prozent) erklärt der Verband mit einem Rückgang der Ausgaben bei den Wahlleistungen Chefarzt und Zweibettzimmer.

Weniger Vollversicherte

Die Zahl der Vollversicherten ging erneut zurück, und zwar um 0,6 Prozent auf 8,83 Millionen Personen. Der Verband erklärt diesen Rückgang mit Sondereffekten: "Weil die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aufgrund der guten Lage am Arbeitsmarkt einen neuen Rekordstand erreichte, fiel auch der Wechsel in die Gesetzliche Krankenversicherung besonders hoch aus", schreibt PKV-Verbandsdirektor Volker Leienbach im Vorwort zum Zahlenbericht.

Die Zahl der privaten Zusatzversicherungen stieg hingegen um 1,9 Prozent auf 24,3 Millionen Verträge. 18,5 Millionen Verträge fielen dabei auf ambulante Tarife, Tarife für Wahlleistungen im Krankenhaus und Zahnzusatztarife.

Die Zahl der Versicherten im Notlagentarif stieg um 22 Prozent auf 114.400 Personen. Im Jahr 2013 waren noch 93.500 Personen diesem Modell zugeordnet. In diesem Tarif kommen Versicherte unter, die zeitweise Schwierigkeiten haben, ihre Beiträge zu bezahlen.

Auch die Zahl der im Basistarif versicherten Personen, der in Art, Umfang und Höhe dem Versicherungsschutz der gesetzlichen Krankenversicherung gleicht, hat zugenommen.

Option der Beitragshalbierung

2014 waren 28.700 Personen im Basistarif versichert, das ist ein Anstieg um rund 7,5 Prozent. Über die Hälfte davon, nämlich insgesamt 15.400 Versicherte, konnten die Möglichkeit der Beitragshalbierung in Anspruch nehmen, die besteht, wenn ein Versicherter nachgewiesenermaßen hilfebedürftig ist.

Auch das ist im Vergleich zum Jahr 2013 ein Anstieg, und zwar um knapp 10,8 Prozent. Die meisten im Basistarif versicherten Personen waren zwischen 60 und 80 Jahre alt.

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